Heft 
(1995) 2/1995. August 1995
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6 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

seinem

Auschwitz verlangt nach Ausdruck, will zur Sprache ge- bracht werden, will den ihm gebüh- renden Platz in unserer Frinnerung.

EDES Kind, das gezeugt und ge- boren wird, will angenommen sein und sich entfalten. Es will leben. In jedem Menschenkind schlummern die vielfältigsten Möglichkeiten zu glückhaftem Erleben und zu kreati- ver Entwicklung. Als krassest denk- barer Gegensatz dazu sind die'Kin- der von Auschwitz inzwischen zum Symbol geworden für das Grauen, welches unsere Epoche der überwie- genden Mehrheit der Kinder, die un- Seren Planeten bevölkern, zumutet.

Die Umgrenzung des Themas »Kinder in Auschwitz ergibt sich aus den Grenzen der Sichtbarkeit von Kindern in den zur Verfügung stehenden Quellen. Und sie ergibt sich aus jenen Darstellungsgrenzen, die von anderen Autoren dazu be- reits gezogen wurden.

Informationen zur Geschichte von Kindern und Jugendlichen sind rela-

Auch Kinder wurden von den Nazis nicht verschont. Ein bekann- tes Beispiel Sind die Schitzlinge des polni-( Schen Arztes und Sozi- alpãdagogen Janusz Korczak. Sie wurden zuammen mit ihrem Lehrer 1942 in Vrehlin- ka ermordet.

tiv spärlich anzutreffen. Die Arbeit zu diesem Thema ist tatsächlich eine'Spurensuche. In fast allen Gruppen von Quellen lassen sich diese Spuren auffinden.

Im folgenden seien nur über- blicksmäßig zentrale Fragestellun- gen genannt, die für eine sinnvolle Darstellung des Themas von beson- derem Interesse erscheinen:

1) Wann, von wo und warum ge- langen Kinder nach Auschwitz?

2) Was geschieht mit diesen nW dern und Jugendlichen unmittelba nach ihrer Ankunft in Auschwitz?

3) Wo überall in Auschwitz finden sich Kinder und Jugendliche und welche Lebens- und Uberlebensper- Spektiven gelten speziell für sieꝰ?

Ausgrenzung, Deportation, Vernichtung Rechtliche und organisatorische Grundlagen für die Deportierung der unerwünschten Menschen schuf das nationalsozialistische Deutsch- land durch jene Verfügungen und