Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
ger deutscher Film unterstützt und auch die Berliner und die Hessische Filmfõrderung gaben Gelder dazu. Der Film ist wichtig, interessant und hat zu Recht das Prädikat Beson- ders wertvoll' erhalten.
Alfred Jungraithmayr ist bei der Vorführung des 72minütigen Vi- deofilms dabei, kann vieles noch er- gänzen und steht für eine Diskussi- on zur Verfügung. Die Lagerge-
meinschaft Auschwitz- Freundes- kreis der Auschwitzer hat diese Ver- anstaltung in Zusammenarbeit mit der Friedensgruppe Laubach, der Aktion Sühnezeichen und den Sti- pendiaten des Laubach-Kollegs vor- bereitet. Auch der Kreisverband Friedberg der Gewerkschaft Erzie- hung und Wissenschaft ist an der Veranstaltung beteiligt.
Diethardt Stamm D
»3. Mai Zum nationalen Gedenktag⸗
Lagergemeinschaft Auschwitz: Vor 50 Jahren kam die Befreiung
Wetteraukreis(ütz). Die Lagergemeinschaft Auschwitz, Freundeskreis der Auschwitzer, mit ihrem Vorsitzenden Hermann Reineck(Mün- zenberg) an der Spitze hat sich in einer Presseer- klärung der Aufforderung angeschlossen, den 8. Mai in Deutschland zum nationalen Gedenktag zu erklären. Mit der bedingungslosen Kapitula- tion des Dritten Reiches am 8. Mai 1945 seien die von der Wehrmacht und der SS besetzten Län- der Europas von der deutschen Terrorherr- schaft befreit worden. Auch für die Deutschen habe dieses Datum die»Befreiung von der selbsterrichteten Diktatur« bedeutet.
Die Lagergemeinschaft wendet sich damit ge- gen die»Initiative 8. Mai«, die sich gegen den Begriff der»Befreiung« gewandt und in diesem Zusammenhang unter anderem auf die Vertrei-
genen— Staatsdoktrin erhoben worden«, so die Lagergemeinschaft weiter. Jeder Tag, der die Niederlage dieses Regimes hinausschob, sei ein Tag der Unfreiheit gewesen.»Wir Häftlinge in den deutschen Konzentrationslagern und in den Gefängnissen der Gestapo wurden durch den Sieg der Alliierten befreit oder vor erneuter Ver- folgung bewahrt«, heißt es in der Presseerklã- rung. Die Lagergemeinschaft Auschwitz sei em- pört, wie 50 Jahre nach der Niederlage des Deut- schen Reiches versucht werde,»durch Trug- schlüsse das Wort zu reden einer selbstbewuß- ten Nation«, zu der wir Deutsche angeblich werden müßten, um Katastrophen künftig aus- zuschließen««.
Wetterauer Zeitung, 6. Mai 1995
bungen und»neue Unterdrückung im Osten« ½
verwiesen hatte. Die Lagergemeinschaft meint dazu, daß die»leidvollen Ereignisse nicht in der ₰
Niederlage des deutschen Faschismus begrün-
det« seien, sondern das»Ergebnis jener mörde-
rischen Politik des Drittes Reiches« seien, der mit der Kapitulation am 8. Mai 1945 ein Ende gesetzt worden sei.
Es bestehe kein Zweifel, daß die meisten Deutschen 1945 den Sieg der Mliierten nicht als Befreiung, sondern als Niederlage empfunden hätten, heißt es weiter. Schließlich seien sie»bis zum bitteren Ende— und vielfach auch darüber hinaus— entweder begeisterte Anhänger oder opportunistische und gleichgültige Mitläufer des Nazi-Regimes gewesen«. Die große Mehr- heit der deutschen Bevölkerung habe nicht nur die»militärischen Erfolge der Wehrmacht beju- belt, sondern es bereits vor Kriegsbeginn gut geheißen, daß als»Untermenschen- definierte Minderheiten von Staats wegen das Lebens- recht abgesprochen wurde«.
»Die Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgrup-
pen sowie der Massenmord war zur freiwillig akzeptierten— und nicht etwa zur aufgezwun-


