Heft 
(1995) 1/1995. April 1995
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

Deserteure und**Soldatenrtei

Parmstädter Signal greift Tabuthemen auf a von Thomas Fürst

Anläßlich des 50. Jahrestages des versuchten Attentates auf Hitler verõffentlichte der Arbeitskreis Parmstädter Signal' eine Stellung- nahme, die auch heute, fast ein Jahr danach, nicht an Aktualität verloren hat und deren Abdruck wir für wichtig halten. Da nicht davon aus- gegangen werden kann, daß das Parmstädter Signal allen Lesern bekannt ist, sollen einige kurze In- formationen folgen.

Der Arbeitskreis, bestehend aus etwa 200 Bundeswehrangehörigen, wurde 1983 während der sog. »Nachrüstungsdebatte gegründet. Die Mitglieder lehnten aber nicht nur die Stationierung neuer Raketen

ßirtenau: Die Asche der ermordeten KZOpfer wurde in den See geschüttet. Solange die Soldaten der Wehrmacht die Front hielten, Solange tonnte die Mord- maschinerie inden Lagern weitergehen.

ab, sondern stellten ein Verteidi- gungskonzept vor, das sich wesent- lich von der offiziellen Doktrin un- terscheidet: Verzicht auf ABC- Waffen, Ablehnung der Abschrek- kung, eine ausschließlich defensiv Bewaffnung, Verbindung militär- ischer und sozialer Verteidigungs- konzepte u. a. m.

In den letzten Jahren hatte der Arbeitskreis unter Repressalien der Bundeswehrführung zu leiden, nachdem in einer Erklärung das sog. »Soldatenurteil des OIG Frankfurt begrüßt worden war: darin wurde angesichts atomarer Bewaffnung der Richterspruch unterstützt und eine offene Diskussion auch inner-