Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Deserteure und**Soldatenrtei
Parmstädter Signal“ greift Tabuthemen auf a von Thomas Fürst
Anläßlich des 50. Jahrestages des versuchten Attentates auf Hitler verõffentlichte der Arbeitskreis Parmstädter Signal' eine Stellung- nahme, die auch heute, fast ein Jahr danach, nicht an Aktualität verloren hat und deren Abdruck wir für wichtig halten. Da nicht davon aus- gegangen werden kann, daß das Parmstädter Signal“ allen Lesern bekannt ist, sollen einige kurze In- formationen folgen.
Der Arbeitskreis, bestehend aus etwa 200 Bundeswehrangehörigen, wurde 1983 während der sog. »Nachrüstungsdebatte“ gegründet. Die Mitglieder lehnten aber nicht nur die Stationierung neuer Raketen
ßirtenau: Die Asche der ermordeten KZOpfer wurde in den See geschüttet. Solange die Soldaten der Wehrmacht die Front hielten, Solange tonnte die Mord- maschinerie inden Lagern weitergehen.
ab, sondern stellten ein Verteidi- gungskonzept vor, das sich wesent- lich von der offiziellen Doktrin un- terscheidet: Verzicht auf ABC- Waffen, Ablehnung der Abschrek- kung, eine ausschließlich defensiv Bewaffnung, Verbindung militär- ischer und sozialer Verteidigungs- konzepte u. a. m.
In den letzten Jahren hatte der Arbeitskreis unter Repressalien der Bundeswehrführung zu leiden, nachdem in einer Erklärung das sog. »Soldatenurteil“ des OIG Frankfurt begrüßt worden war: darin wurde angesichts atomarer Bewaffnung der Richterspruch unterstützt und eine offene Diskussion auch inner-


