Heft 
(1995) 1/1995. April 1995
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Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer 3

Schülerfrage: Was ist aus den Kindern

von Bertha Pappenheim geworden? Projektbeschreibung einer Studienfahrt u von Jutta Lösch

1988 gedachte ich mit meiner Klasse anläßlich des 50. Jahrestages der Reichspogromnacht' der da- Mmaligen Freignisse und in besonde- rer Weise der Leiden jüdischer Mit- bürger in Deutschland während der Zeit der Gewaltherrschaft.

In Neu-Isenburg wurde in Erman- gelung einer Synagoge das jüdische Kinderheim von Frau Bertha Pap- penheim, ein Haus des von ihr ge- gründeten jüdischen Frauenbundes, angesteckt und die Kinder in den Wald getrieben. Auf die Schülerfra- ge, was denn dann aus dem Kinder- heim und den Kindern geworden sei, fanden wir den Hinweis:*.. die letz- ten Kinder wurden 1942 ihrer Hei- mat Auschwitz zugeführt.

Im Dezember 1988 stand für mich der Entschluß fest, mit dieser Klasse nach Auschwitz zu fahren. Schon im Februar konnte ich Kontakt zu dem ehemaligen KZ-Hãäftling und heuti- gem Präsidenten der Lagergemein- schaft Auschwitz, Hermann BRei- neck, aufnehmen. Ich erhielt die Zu- sage, daß er uns auf der Fahrt be- gleiten werde.

Ab Januar 1980 wurden wiederholt Sequenzen im Unterricht gefahren, die sich behutsam dem Thema der systematisch und industriell be- triebenen Menschenvernichtung- herten. In meinen Fächern Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Erdkunde

und Kunst bzw. Musik sowie Evan- gelischer Religion konnte ich cherübergreifend arbeiten. Langsam wuchs den Schülern und Schülerin- nen ein Reader, den sie in einem Ordner immer präsent hatten. Die Besonderheit des Textblattes mit dem Polensymbol in der rechten oberen Ecke erleichterte den Schü- lern und Schülerinnen die richtige Ablage.

Zwei zusätzliche Nachmittagsver- anstaltungen, ein ganztägiger Be- such im Jüdischen Museum Frank- furt am Main und- vor allemein zweitägiges Kompaktseminar im

Die Ausstellung der Schülerinnen und Schüler aus Neuenburg fand große Beachtung