2 Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer
Gedenkstãtte Auschwitz- Stammlager, nahe der polnischen Stadt Oswieciin
Sten. So standen die Mitarbeiterinnen des Stadtarchivs bereit, um den Jugendlichen beim Quellenstudium zu helfen.
Was sie zutage förderten, war eine unangenehme Wahrheit. Antisemitismus war in Lich eine weitverbreitete, akzeptierte Haltung, geschlossener als anderswo. Lich hatte bereits eine Woche nach den letzten Reichtstagswahlen einen Pogrom, in der Nacht vom 12. auf den 13. Mai 1933.
Fine der vier Gruppen befaßte sich mit dem Thema„Schule im Nationalsozialismus“ Sie wollte vor allem die Beeinflussung der Schülerinnen und Schüler im Unterricht oder in Verbãnden wie der„Hitlerjugend“ und dem„Bund deutscher Mädel“ näher beleuch- ten. Auf dem Dachboden der eigenen Schule entdeckten die Jugendlichen„streng ver- trauliche“ politische Zuverlässigkeitsbescheinigungen über damalige Lehrer. Den Akten nach waren diese ohne Ausnahme Nationalsozialisten— alle wurden nach dem Krieg wieder in den Schuldienst eingestellt. Die Schülerinnen und Schüler fanden Protokolle von Lehrerkonferenzen, auf denen erörtert wurde, wie der Luftschutzgedanke„in allen Fãchern“ bearbeitet werden könne.
Als sich das Datum der sogenannten Reichskristallnacht zum 50. Mal jährte, konnten die Schülerinnen und Schüler der Dietrich-Bonhoeffer-Schule die Dokumentation vor- legen und eine Ausstellung eröffnen. Die Ausstellung wurde an verschiedenen Stellen gezeigt und wird heute noch eingesetzt. Was den Anstoß von außen ausgelöst hatte, ging als Impuls in die Gemeinde zurück. In Lich entstand der Plan, einen Gedenkstein für die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger aufzurichten,— und ein Streit um sei- nen Standort. Der ehemaligen„Synagogengasse“, die nach dem Krieg in„Charlotten- burg“ umbenannt worden war, ihren alten Namen zurückzugeben, wurde diskutiert und


