Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 1
õffnung der Schule
Neue Mõglichkeiten antifaschistischer Aufklärungsarbeit
an hessischen Schulen N von Klaus Konrad-Tromsdorf
Das Hessische Schulgesetz bietet den, ein Projekt wie das der Licher mit seiner neuen Konzeption von Dietrich-Bonhoeffer-Schule(KGs) öffnung der Schule' interessante übertragbar zu machen(vgl. den Ansätze, um außerschulische Lern- nachstehenden Bericht, der unter felder verstärkt in die pädagogische dem Titel'Spurensuche“ in einer Arbeit der Schulen einzubeziehen. Publikation des Kultusministeriums Hierdurch könnte es erleichtert wer- erschienen ist):
Dietrich-Bonhoeffer-Schule, Lich(KG6)
„Fine schrecklich reale Vergangenheit“- Schülerinnen und Schüler erforschen die Geschichte ihrer Heimatgemeinde 1933 bis 1945
öffnung der Schule heißt auch, offen sein für Anregungen von außen. Die Dietrich- Bonhoeffer-Schule in Lich erhielt ihren Anstoß aus der Politik.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1985 wurde die Katholische Kirche im Stadtteil Eberstadt mit neonazistischen antisemitischen Parolen beschmiert. Ausein- andersetzung mit der jüngeren Geschichte tut not, war die Schlußfolgerung, die die Licher Stadtverordnetenversamnmlung daraus zog. Sie beauftragte den Magistrat der
W Stadt, mit der additiven Gesamtschule Kontakt aufzunehmen. Könnten nicht die Schülerinnen und Schüler eine Dokumentation über die Großgemeinde Lich in der Zeit von 1933 bis 1945 erstellen?
„Die Anregung wurde von der Schule gern aufgegriffen,“ so Schulleiter Volker Bayer. „Hier bot sich ja die Möglichkeit, den bedrückenden Zeitraum anhand eines konkreten Beispiels im Lebens- und Erfahrungsraum der Jugendlichen zu erforschen.“
Nach einer Vorbereitungszeit durch die Fachlehrer arbeiteten die Schülerinnen und Schüler des damaligen 9. Jahrgangs vom Februar 1987 bis Juni 1988 im Rahmen des Geschichts- und des Wahlpflichtunterrichts an diesem Thema.
Sie arbeiteten in vier Gruppen, angeleitet von vier Lehrern. Sie besuchten den Juden- friedhof, besichtigten die ehemalige Synagoge, sie führten Interviews mit Zeitzeugen, befragten Eltern und Großeltern. Die Stadt hatte sich verpflichtet, Hilfestellung zu lei-


