12 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
ihr Leben erlosch, wie die Flamme einer heruntergebranmten Kerze“.
Halina Birenbaum hat ein trauri- ges, jedoch kein deprimierendes Buch geschrieben, um zumindest nun das Grauen, dem sie fast sechs Jahre ausgesetzt war, zu verarbeiten. Als ich meine Aufzeichnungen be- endet hatte, fühlte ich mich großar- tig. Ich hatte mich einer Last entle- digt! Das war, was ich hatte tun müssen, was man von mir verlangte. Ich empfand diesen Augenblick als den erhabensten meines Lebens.“
Die Autorin bearbeitet in ihrem Buch Erlebnisse ihrer Jugend. Es ist die Geschichte der Be- und Verar- beitung dessen, was ihr angetan wurde. Dies wird auch im letzten Teil deutlich, in dem sie, als mittler- weile 60 jährige, noch einmal nach Treblinka zurückkehrt.
Es sind in letzter Zeit viele Werke zu diesem Thema erschienen, un- längst Ruth Klügers Autobiographie weiterleben“, und Steven Spielberg
eröffnete dem Kinopublikum einen neuen Blick auf deutsch-jüdische Bezichungen während des National- Sozialismus. Warum sollen wir, die Generation der Kinder und Enkel, uns ausgerechnet mit Halina Biren- baums Lebensgeschichte beschäfti- gen? Es geht hier in erster Linie um die Bearbeitung traumatischer Er- lebnisse von Flucht und Verfolgung. Lebensbedingungen denen Men- schen auch heute noch Tag für Tag hier und anderswo ausgesetzt sind. Die Autorin beschreibt die Möglich- keit, das Erlebte anzunehmen, um weiterleben zu können, ohne zu ver- zweifeln. Das Buch kann eine Hilfe sein, für Menschen, die unter Ver- folgung leiden und es macht diejeni- gen, denen solche Erlebnisse erspart geblieben sind, sensibel für die psy- chischen Probleme der Betroffenen. Ihre Sichtweise brachte Halina Bi- renbaum bereits im Titel zum Aus- druck: Die Hoffnung stirbt zu-
letzt?. Anke Röe
Halina Birenbaum schreibtpolnisch inder Sprache ihrer Kindheit.


