Lagergemeinschaft Auschwit?-Freundeskreis der Auschwit?er 11
Halina Birenbaum: Leben und Tod in den Konzentrationslagern
Die Hoffnung stirbt Zuletzt Aufbruch in die Vergangenheit
Die Schriftstellerin und Uhersetzerin Halina Birenbaum wurde 1929 in Warschau geboren und lebt seit 1947 in Israel. 1964065 Schrieb sie die Geschichte ihrer Verfolgung nach dem Uherfalldes Deutschen Reiches auf polen, die Kasernierung im Ghetto und die Haft in verschiedenen deut- Schen Konzentrationslagern nieder und verõffentlichte sie unter dem Titel
Pi⸗ Hoßfnung
Frirbt zuletzt“. In einem weiteren Buch,'Aufhbruch in die
Vergangenheit“, heschrieb vie ihre EFindriicke von zwei Reisen, die sie I956
in ihr Gehurtsland Polen und 1 969 nach Berlin gefihrt hatten. Diese beiden
Bücher liegen jetzt in einem Band vor. Er wurde 1 993 in deutscher Sprache
vom Verlag Sruatliches Museum in Oswiecim herausgegeben: die Uherset- zung aus dem Polnischen stummt von Esther Kinshy.
* der Fichmann-Prozeß brachte eine Wende in meinem Leben(..) Meine Herkunft, mein Lebenslauf tauchten aus der Anonymität auf. Es wurde mir bewußt, daß ja auch ich von irgendwoher hierher gekom- men war, eine Familie gehabt, mit anderen Menschen gelebt hatte, auch wenn jetzt weder diese Men- schen noch dieses Leben mehr exi- stierten(..) Doch in den erschüt- ternden Aussagen der Zeugen fehlte etwas. Es fehlte etwas ganz Wesent- liches- die Atmosphäre dieser un- ausgesetzten Bedrohung des tägli- chen Lebens inmitten all der Schrek- ken des Krieges.“
Es gelingt Halina Birenbaum eben jene Atmospähre in ihrem biogra- phischen Bericht einzufangen. Aus der Perspektive des heranwachsen- den 1 1jährigen Mädchens beschreibt sie den Alltag im Warschauer Getto, die ständige Angst vor Deportation, den Wechsel der Verstecke.
Zwei Jahre kann sich die fünf- köpfige Familie vor den Nazis ver- stecken, zumeist bei Bekannten und
Verwandten, später zusammenge- pfercht auf einem stickigen Dach- boden. Im April beginnt für die 13jährige Halina die grausame Ody- see durch die Konzentrationslager von Majdanek, Auschwitz, Ravens- brück und Neustadt-Glewe, wo sie schließlich die Befreiung erlebt.
In Majdanek verliert sie ihren Bruder und die über alles geliebte Mutter. Die Schwägerin Hela wird der 13jährigen zur engsten Bezugs- person. Durch diese Fürsorge lernt Halina den grausamen Alltag, die Regeln und ungeschriebenen Geset- ze im KZ zu ertragen. Im Lauf der Zeit werden sich die Rollen ändern. Hela erkrankt an Tuberkulose und Halina kämpft um das Leben ihrer Schwägerin, indem sie Hela vor den Aufseherinnen versteckt. Als Hela nicht mehr von der Pritsche aufste- hen kann, befördert Halina die Ex- kremente Helas unauffällig zur La- trine. Unter Finsatz ihres eigenen Lebens rettet sie ihre Schwägerin vor dem Selektionsbefehl des Dr. Mengele. Doch Hela ist Zu schwach,


