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(1994) 1/1994. März 1994
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30 Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer

Wir trauern um danusz Balczerzak

Am 17. Februar 1994 erlag Janusz in Krakow einem Her- zinfarkt. Janusz kannten wir seit rund 20 Jahren. Er hatte durch die Naziherrschaft Unsagbares durchgemacht. Eine Inhaftierung in einem Konzentrationslager blieb ihm zwar erspart, er wurde jedoch im Krieg als Zwangsarbeiter nach Deutschland gebracht. Schwerstarbeit in der Flugzeugfa- brik Henkel, Arbeit beim Todeskommando Bomben aus- graben' in Berlin, Hamburg und in Nordrhein-Westfalen waren weitere Stationen. Janusz hat diese Zeit überlebt. Eine Entschädigung für die Verschleppung und die vielen

Jahre Sklavenarbeit wurde ihm jedoch verwehrt.

Oft besuchte uns Janusz in der Bundesrepublik. Fast alle Teilnehmer unserer Studienreisen nach Polen haben ihn kennengelernt. Er war immer für uns da, half uneigennützig, erfüllte Wünsche, war immer freundlich und hilfsbereit. Er war für alle'unser Janusz'. Und nun werden unsere Reisen ohne ihn als Reise- begleitung stattfinden müssen. Wie wird das sein? Er wird uns sehr fehlenl Wir, und alle die ihn kennenlernten, werden ihn nicht vergessen,'unseren Freund

Janusz?. Hermann und Anni Heineck nd ale Seine Freunde

Rosa Jochmann starb 92jährig

lm Alter von 92 Jahren starb am 28. Janu- 3 ar in Wien Rosa Jochmann. 1939 war die Gewerkschafterin und Sozialistin von der Gestapo verhaftet und 1940 in das KZ Ra- vensbrück eingeliefert worden. Sie war Blockälteste und kehrte nach der Befreiung nach Wien zurück. Dort war sie Mitgründe- rin der SPO und Mitglied des Nationalrates. Sie galt als die Symbolfigur des österreichi- schen Antifaschismus, die immer das Ge- spräch mit Jugendlichen suchte und ihnen von ihren Erfahrungen im KZ und derZeit ohne Gnade?- wie sie es einmal formulierte- berichtete.

1901 als viertes von sechs Kindern einer Arbeiterfamilie geboren, wurde Rosa Joch- mann schon als Jugendliche politisch aktiv. die Arbeiterhochschule, wo Ot- Sie wollte Lehrerin werden, mußte aber to Bauer, Alfred und Max Adler nach dem frühen Tod ihrer Mutter mit 14 ihrer Lehrer waren. Danach ar- Jahren als Fabrikarbeiterin Geld für die Fa- beitete sie unter anderm im milie mitverdienen. Sie wurde Betriebsrätin Frauensekretariat der Soziali- und die Gewerkschaft schickte sie 1926 in stischen Partei.

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