Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 11
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Ziele des Workahps
Vor der Podiumsdiskussion wurde unter anderem mit der Zofia Posmys? ge- widmeten bieografischen Ausstellung in das Thema eingeführt.
den Kerl“, sagte die SS-Frau, als sie von der Erschießung Paolone-Kisows- kis erfuhr. Selbst im Kosmos Ausch- wit?, in dieser grauenhaft verzerrten „verkehrten Welt“, bleibt ein Rest von menschlichen Werten und mensch- lichem Handeln potentiell selbst in Personen erhalten, die sich durch akti- ves Mittun an dem Geschehen ohne Zweifel zutiefst mitschuldig gemacht haben. Die Frage des menschlichen Handelns und der grundsätzichen Notwendigkeit, sich auch in scheinbar vollständig determinierten Situatio- nen zu entscheiden, wird hier deutlich.
Schließlich wird an der Rolle, die das Medaillon in der Geschichte Spielt, die Frage sichtbar, welche Rol- le der Glaube im Leben Posmys?s Spielt. Die Frage, ob Gott /Christus in Auschwitz war, ist aufgeworfen- und wird von Sofia Posmys? beantwortet. Unabhängig von ihrer individuellen Antwort aber bleibt die Frage, woher junge Menschen heutzutage, in einer Zeit der„spirituellen Obdachlosig-
keit“- so ein Wort des Soziologen Oliver Nachtwey)- Orientierung, Glauben, Hoffnung nehmen sollen. Die Antwort liegt im Nitel des Works- hops: Menschliche Werte in einer un- menschlichen Welt! Beispiele wie das von Zofia Posmys? verdeutlichen das, sie sind ein Argument gegen Gleich- gültigkeit.
Beispiele wie dieses können uns den Weg zeigen in die Zeit nach den Zeit?zeugen. Die Fragen, die wir ihnen stellen konnten, müssen wir vor allem an uns selber richten. Sie sind existen- ziell. Und die Millionen und Abermil- lionen Geschichten von Gewalt, Ver- folgung, Tod und Vernichtung, von Glaube, Hoffnung und Liebe, von Schicksal und blindem Zufall werden nie zu Ende erzählt sein. Dass sie auch entlang literarischer Zeugnisse und anhand eines Medaillons erzählt werden können, macht Hoffnung für die Zukunft der Arbeit des Erinnerns.
Oerhard Merz


