Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Ich hatte zwei Mütter Botschaft von Monika Goldwasser
„Mein Leben verdanke ich dem Mut der Aufopferung und dem Willen zlim Kampf gegen den Vod. Ich weiß, wie viel Angst meine polnischen Eltern vor der Entdechcung hatten. Uns allen drohte der Jod...
Meine biologischen Elerm hießen Adam und Salomed. Ich weiß, wus sie durchlitten, um mich in diesen alptraumartigen Augusttagen 1042 zu retten- der Abschiedsschmerz, als vie ihr einziges Kind für immer aus den Hdnden gahen, sich von ihm verabschiedeten und mit dem Pferdelcarren ihre letzte Reise antraten—- von Mslenice nach SMawina, mit einer Puppe stuit mir auf dem Aym.
Meine polnische Mutti hat den größten Wunsch meiner jüdischen Mutti erfiilt und ihre Angst besiegt, um mein Leben zu retten... Nie werde ich Feindschaft zwischen Menschen und VölMkern akzeptieren Güte ist das hõch—
S1e Gut, das wir haben.“
der Kaminskis war. Das war der einzi- ge Hinweis auf ihre jüdische Identität. Kurz vor ihrem Tod beschloss Anna, die Wahrheit Zu sagen. Zuvor hatte sie nahe Verwandte um Rat gefragt, was sie tun sollte.„Ich war zweiundzwan- zig Jahre alt. Sie rief mich zu sich und Sagte: Setz dich hin, Kind. Ich habe et- was Zu sagen.“ Sie sprach und weinte, ich hörte zu.“ Kurz nach Anna starb auch Maksymilian, und Lucja war wie- der allein.
Es blieb jahrzehntelang ihr Geheimnis
Viele Jahre lang hatte Monika keine Informationen über ihre leiblichen El- tern. Sie erzählte niemandem von ihrem Geheimnis, nicht einmal, als sie ihre eigene HFamilie gründete. Das än- derte sich 1990. Im Fernsehen sah sie eine Frau, die nach Monika Goldwas- ser, der Tochter von Dr. Adam und Sa-
lomea Goldwasser, suchte.„Ich dach- te, Oh Gott, Sie sucht mich!“ Nachdem sie die Schwester ihrer leiblichen Mutter getroffen hatte, be- gann Monika, nach Dokumenten zu suchen und Zeugen ihrer Geschichte ausfindig zu machen. Sie besuchte zunächst das Jiidische Historische In- Situt in Warschau.„Zum ersten Mal, im Alter von fünfZig Jahren, sah ich ein Foto meiner leiblichen Mutter., Schau, wie ähnlich du deiner Mutter bist, schau!* Als ich das hörte, rannte ich in den Flur, es war sehr emotional.“ Seitdem teilt Monika Goldwasser ihre Geschichte in vielen Gesprächen und Vortrãgen. Im Jahr 2016 wurden Anna und Maksymilian Kaminski auf ihre Initiative hin in Israel von der Ge- denkstätte Vad Vashem mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ geehrt.
Oerhard Merz


