Heft 
(2020) 2/2020. Dezember 2020
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 29

[ranskription:] Herman

[Bedeutung:]

Chaim? von der Lungenspitze aus verlaufende Vernarbung der Lunge durch Fibrose (der Unterstrich 2w. Häftl.-Nr. und Namen kennzeichnete den Kranken auf negative Weise)

Ausschnitt von Seite 39 des Röntgen-Befund-Buchs des HKB Auschwitz, Fintragung vom 03.07. 1943, 1.1.2.1/ 509435/ V5 Digital Archive, Bac Arolsen

lnductio apicale fibros Bronchitis

rantäne-Buch im Rahmen der Spuren- Suche nach Chaim Hermans Schicksal.

Der Röntgenbefund

Chaim Herman, der am 3. Mai 1901 in Warschau geboren wurde und in den Dreißiger Jahren nach Paris immigrier- te, wurde am 4. März 1943 mit dem 49. RSKHA-Transport aus dem Durch gangslager Drancy im KI Auschwit? eingeliefert. EFtwa 60% der aus diesem Transport in das Lager eingewiesenen Männer wurde kur? nach der Registrie- rung in das Sonderkommando einver- leibt und zum Arbeitseinsat? in den Vernichtungsanlagen gezwungen.

Der nach der Befreiung des Lagers aufgefundene Abschiedsbrief eines franzõsischen Sonderkommando-Häft- lings namens Herman führte zu der falschen Identifizierung Chaim Her- mans als Sonderkommando-Häftling und Verfasser des Briefs. Ein Beweis, dass Chaim Herman nicht direkt nach Seiner Ankunft in das Sonderkomman- do Zugewiesen wurde, konnte bislang nicht erbracht werden, da im Archiv des Museums Auschwit? nur ein Namens- Pintrag im Befundbuch der Röntgen- Station im Stammlager Auschwitz doku mentiert ist, der nur einen einmaligen Untersuchungs-Aufenthalt im Stammla- ger belegte. Der Befund findet sich auf

Seite 30 des 14. Röntgen-Buchs mit Ein- tragungen für den Zeitraum vom 22. N- ni bis 19. Juli 1943 unter der Registrie- rungsnummer 7548.

In der Liste wurden einige(mögli- cherweise nichtjüdische) Häftlinge mit einem roten Häkchen hinter dem Na- men und die Häftlinge mit einer ver- mutlich negativen Uberlebens-Prognose mit einem kleinen roten Tiefstrich hinter der Häftlingsnummer markiert. Finzig im Fall Herman steht ein Fragezeichen unter dem Vornamen, an einer Stelle, die in anderen Fällen einen Vermerk auf den Krankenbau(Kb.) enthält, was auf den fraglichen Verbleib des Häftlings hinweisen könnte. Hermans Untersu chung fand am 3. Juli 1943 statt und endete mit dem Befund Lungenfibrose.

Dieses Dokument war das bislang let?te bekannte Lebenszeichen von Chaim Herman in den Verwaltungsak- ten von Auschwitz. Da in der Röntgen- Station grundsätzlich auch Häftlinge aus Birkenau und aus Auschwitzer Ne benlagern untersucht werden konn- ten, Ssagt die Quelle jedoch nichts über den Unterbringungsort Hermans aus.

Die Postkarteikarte des UGIF Erkenntnis über den genauen Inhaftie- rungsort konnte erst 2018 mit dem Fund der leitenden Archivarin des Mémorial,