30 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Druckqualität der Abbildungen sind beachtlich, teilweise sind die Abbildun- gen sogar doppelseitig. Allerdings feh- len in der Edition 10 bedeutende Zeich- nungen und 3 Olgemälde sowie 5 Zeich- nungsentwürfe und 5 Skulpturen die in älteren Fditionen bereits abgedruckt wurden.
Positiv im Vergleich zu anderen Olère-Fditionen ist jedoch nicht nur die Größe der Abbildungen zu bewerten, sondern auch die passgenaue Auswahl der kommentierenden Zitate von 17 „Sonderkommando-Mitgliedern“(laut Klappentext) sowie der Umfang der FsSsays. Der am häufigsten zitierte Zeu- ge Miklos Nyiszli ist jedoch zu keinem Zeitpunkt Häftling im Sonderkomman- do gewesen.
Die acht Olère-Zitate im Buch stam- men aus dem Dokumentar-Film von N- an Boussuge, worauf überhaupt nicht hingewiesen wird, ebenso wenig werden die Quellen aller anderen 63 Zeugen-Zi- tate angegeben. Quellenangaben wären in der Edition grundsätzlich genauso notwendig wie eine Auswahlbibliografie sowie die Transkription und Uberset- zung aller originalen Bildbeschriftungen.
Fine weitere Schwäche der Fdition ist die Tatsache, dass die Jahresangaben der Entstehung von Olères späten Wer- ken pauschal mit„1960-1980“ angege- ben werden, obwohl in früheren Publi- kationen in einigen Fällen konkretere Angaben gemacht werden konnten. Prä- zisere oder zuverlässigere Angaben wären auch in den historischen Begleit- texten Zu erwarten gewesen. Der erste Katalog von Olères Werken wurde nicht 1997 in Paris(S. 24), sondern 1989 in New Vork herausgegeben.
Olère verließ Auschwit? nicht am 19.
Januar 1945(S. 11), sondern einen Tag früher(S. 21). Weder wurden die„Sonder- kommandoMitglieder“ rasch liquidiert (S. 10), noch waren sie grundsätzlich jung und physisch kräftig oder wurden gar ernsthaft gemustert(S. 18). Von 100 de- portierten Mãnnern aus Oleres Iransport im Alter von 14 bis 350 Jahren waren 76% über 35 und 48% sogar über 45 Jahre alt. Auch die aus anderen Transporten für das Sonderkommando ausgewählten Männer wurden nach vorhandener Altersstruktur und Zahlenmäßigem Bedarf ausgewählt. Verein?elt vind Bildinterpretationen im Katalog nicht nachvolkichbar, S0 wird zum Beispiel auf S. 50 ein gewöhnlicher SS-Posten von Krematorium III mit dem Krematoriums-Leiter Frich Mußfeldt (irrtümlich„Mühsfeldt“ geschrieben) verwechselt. Zahlreiche Behauptungen in den Finführungs- und Begleittexten beruhen zum Teil auf alten Fehlinterpre- tationen Jean-Qaude Pressacs und sind unplausibel: David Olèere war weder beim Ausheben von Massengräbern(8. 10, 42, 46) oder beim Vergraben von Lei- chen eingesetzt(S. 18, 48, 49), noch hatte er offenbar jemals„Bunker 2“ selbst ge- schen(S. 10). Zu dem Zeitpunkt, als Olè- re frühestens ins Sonderkommando ein- gewiesen werden konnte, wurden die Leichen bereits seit etwa 6 Monaten in Gruben verbrannt(S. 47) und nicht mehr in Massengräbern verscharrt. Seine Par- Stellung der provisorischen Gaskammer (S. 42, 46) ähnelt in keinster Weise dem Gebãude von Bunker 2, auch den Augen- zeugenbeschreibungen von Bunker 1 entspricht sie nicht. Das Gelände war im Gegensatz zu Olères Zeichnung von 1945 ebenerdig, der Grundriss des Ge— bãudes sah anders aus, ein Schornstein war nicht vorhanden, die Einwurfluken


