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(2020) 1/2020. Januar 2020
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28 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

der Funktionshäftlinge und Kalfaktoren, kam so nah mit den SS-Schergen im Krematorium in Kontakt wie Oleéère. Deshalb war er unter anderem als deren Briefschreiber der Einzige, der neben den Gesichtern auch Namen der Täter ũberliefern konnte, die noch von keinem anderen Zeugen genannt wurden. Sein Geheimwissen nahm Olère mit ins Grab, da er sich dazu entschlossen hatte, keine schriftlichen Berichte oder mündlichen Zeugenaussagen abzugeben.

Fine Ausnahme stellt der 45minüti- ge Fernsehfilm von Jean Boussuge Non Relour ou la mémoire volée. moignage David Olére(F 1980) dar, in dem Olère seine Bilder kommentiert und sein rastloses Schaffen erläutert. Bedauerlicherweise ist der O-Ton im Film zum Teil mit falschen Bildern zu sammengeschnitten worden, was für de- ren Interpretation irrefũhrend ist.

Im Umfang wird die Berliner Aus- Stellung etwas kleiner sein als die bislang größte, die im Museum Auschwit? von

Oktober 2018 bis März 2019 zu sehen war und neben 19 Gemälden aus der Sammlung des Auschwitz-Museums, da- von eine Schenkung Serge Klarsfelds von 2014 und 18 Neuerwerbungen vom September 2017, auch 61 Leihgaben aus Israel und Frankreich Zeigte.

Allerdings werden in Berlin auch drei Bilder gezeigt, die im Museum Auschwit? bislang nicht ausgestellt wur- den. Der einzigartige Maler David Olère hinterließ glücklicherweise zahlreiche Zeichnungen und Gemälde über das Vernichtungslager Auschwit?-Birkenau, die Todesmärsche sowie die KI. Maut- hausen, Melk und Ebensee, die auf Mu seen und Institutionen in Frankreich (Prancy, Champigny, Paris), Israel(Vad Vashem; 1976 Getto Highters House), Polen(Auschwit?) und(New Vork) ver- teilt wurden und eine große Auswahl- möglichkeit für verschiedene Ausstel- lungsprojekte bieten. Zu Lebzeiten wur- den seit 1976 nur wenige Werke Olères in Paris, New Vork und Chicago ausge-

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führer Heinz erieh 11521 1247)

Krematoriums-SS. Fotos SO Archiwum Narodowe, Krakau; USHMM; Bundesarchiv(BDC)