Heft 
(2020) 1/2020. Januar 2020
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20 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

2019 wenn überhaupt nur am Rande eine minimale Rolle in der Ausstel- lungskonzeption und historie des Aus- chwit?- Museums gespielt hatte: in der Dauerausstellung aktuell in der in Block 11 seit Juni 2018 zu sehenden Ausstellung Widerstand im KT Ausch- wilz, in der in Block 4 seit Jahrzehnten präsentierten AusstellungVermich nung sowie in der aktuellen franzõsi- schen und ungarischen Länderausstel- lung(Block 20 und 28) und in der Aus- stellung zur Geschichte des jüdischen Martyriums(Block 27).

Vor Oktober 2019 wurde dem Son- derkommando jedoch keine eigen- ständige Ausstellung gewidmet, was offensichtlich mit den früheren Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der problematischen Wahrneh- mung, Beurteilung und Darstellung dieses Arbeitskommandos und seiner Funktion im Vernichtungsprozess zu tun hatte. Unter den temporären Son- derausstellungen wurde erstmals im Oktober 2014 in Block 12 dem Son- derkommando-Aufstand eine kleine Ausstellung gewidmet, allerdings an- lässlich des 70. Jahrestags nur für we- nige Wochen und auch nur zu diesem besonderen Anlass.

Von Oktober 2018 bis März 2019 war schließlich die Kunstausstellung von David Olères Werken zu sehen. Auf dieser Grundlage entwickelten sich die beiden aktuellen Sonderaus- stellungen zum Thema Sonderkom- mando und Aufstand. Die sehenswer- te und ansprechende Gestaltung der Ausstellung erinnert bereits an die ein Jahr zuvor am selben Ort prãsentierte

Ausstellung von David Olères Kunst- werken: In dem dunklen Raum kom- men die direkt angestrahlten Zitate und Bilder auf schwarzem Hinter- grund besonders eindrucksvoll zur Geltung und erhalten damit alle Auf- merksamkeit der Zuschauer, die sich auf das Wesentliche konzentrieren können und in der tiefen Dunkelheit des Raums verschluckt zu werden scheinen. Der Ausstellungsraum wird gleichsam zu einem Weltraum des Grauens, in dem statt Himmelskör- pern schreckliche aber ausdrucksstar- ke Zitate, Kunstwerke und FHxponate dem Beobachter entgegenleuchten.

Das empfindliche Thema findet in dem Brinnerungsraum einen würdi- gen und angemessenen Ort, der Schau- und Sensationslustige dank sei- ner sensiblen Ausstellungskonzeption ceher abschrecken dürfte. Die Besu- cher finden mit ihren Emotionen, Trauer und Entsetzen stattdessen an diesem Ort eine besondere Form von geschütztem Raum vor, der eine tiefe- re Auseinandersetzung mit der The- matik erlaubt und auch Momente des Gedenkens zulässt.

Die Auswahl der Kunstwerke und Fxponate ist sehr überschaubar, aber auch sehr bedeutend: Originalwerke von Künstlern wie Jerzy Adam Brand- huber, Mieczyslaw Koscielniak und David Olère sind ebenso zu bestaunen wie die Thermosflasche, mit der der Brief des Sonderkommando-Chroni- sten Marcel Nadjari vergraben wurde. Die Schut?z-Behältnisse aller anderen Manuskriptfunde in der Vernichtungs- zone sind inzwischen verschollen, das