Heft 
(2020) 1/2020. Januar 2020
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4 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

von Gedenkstättenfahrten und ande- ren Projekten der Erinnerung, bei der Stadt Gießen als Initiator und Organi- Sator der Prãsentation der Ausstellung des Staatlichen Museums Auschwitz und des Begleitprogramms, als Mitor- ganisator und Redner bei den Mahn- gängen zum 9. November in Gießen, als stellvertretender Vorsitzender des Beirats der Ernst-Ludwig-Chambré- Stiftung zu Lich und anderes mehr.

Ich übernehme die Aufgabe des Vorsitzenden also nicht unvorbereitet, aber dennoch mit gehörigem Respekt vor der Tradition und der bisher gelei- steten Arbeit. Mein Dank gilt vor al- lem dem bisherigen Vorsit?enden Uwe Hartwig. Ich hoffe, ich kann den Er- wartungen, die an meine Tätigkeit ge knüpft werden, gerecht werden.

Mit freundlichen Grüßen Gerhard Merz

Von Auschwitz nimmt man keinen Abschied

Interview des Gießener Anzeigers mit Gerhard Mer?z

Anlässlich der Wahl von Gerhard Merz zum neuen Vorsitzenden der Lagerge- meinschaft Auschwitz- FreundesKreis der Auschwitzer hat Benjamin Lemper vom Gießener Anzeiger ein Interview geführt. Wir danken dem Verlag für die Erlaubnis zu der hier leicht gekürzten Zweitveröffentlichung.

Gleichgültigkeit gegenüber Ausch- wit? darf es niemals geben. Doch die Geschichtsvergessenheit ist groß- und wächst. Es bleibt daher eine ständige gesellschaftliche Aufgabe, die Brinne- rung an die Schrecken des Holocaust nicht verblassen zu lassen und den nachfolgenden Generationen ihre Ver- antwortung ins Bewusstsein zu rufen, dass S0 etwas nicht wieder geschieht.

Im November ist der langjährige SPD-Landtagsabgeordnete Gerhard Merz zum Vorsitzenden der Lagerge- meinschaft Auschwit? FreundesMreis der Ausch wilzer gewählt worden. Im Interview spricht er über die damit verbundenen Herausforderungen, ei- ne brõckelnde Bereitschaft, Hass und Diskriminierung im Alltag zu bekämp- fen, Besuche von Gedenkstätten und

Wege, um auch künftig noch junge Menschen zu erreichen.

Wie ist das Zustande gekommen, dass Sie den Vorsitz übernommen haben? Das kam unverhofft. Ein langjähri- ger Freund arbeitet seit Jahren im Vor- stand der Lagergemeinschaft, aber auch gemeinsam mit mir im Beirat der Pynst-LMdwig-Chambré-Stiftung, de- ren Aufgabe die Brinnerung an das oberhessische Judentum und die Ar- beit gegen Antisemitismus ist. So kam die Anfrage zustande, und ich glaubte, mich dem nicht entziehen zu können.

Was bedeutet Ihnen das persõnlich? Ich empfinde es als eine große Her-

ausforderung, gerade in diesen Zeiten

eine solche Aufgabe zu übernehmen.