Heft 
(2019) 1/2019. September 2019
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 11

laut Augenzeuge Shlomo Dragon so- wie Bartosik, Marty- niak und Setkiewicz zufolge bis April 1943. ImBegräbnis- kommando arbeite- ten zudem nicht fast ausschlieBlich Juden aus slowaki- schen RSHA-Trans- porten(S. 26), denn die Hälfte der Häft- linge war aus Frank- reich und Holland deportiert worden, wovon Uberleben- den-Berichte un- zweifelhaft zeugen. Bunker 1 seiim Sommer 1943 zerstört worden, Bun- ker 2 seifast bis zur Auflösung des Lagers weiter genutzt worden (Anm. 34, S. 335), behaupten die Au- toren weiter. Im Widerspruch dazu schreiben sie an anderer Stelle, Bun- ker 1 sei schonim Frühjahr 1943 abgerissen worden(S. 25). Bartosik, Martyniak und Setkiewicz zufolge ge⸗ be es allerdings Hinweise, dass Bun- ker 1 vermutlich erst im Februar 1944 abgerissen worden sei. Als Folge ist damit auch die Liquidierung des 200 Mann starkenSonderkommando I kurz nach dessen Abtransport am 24. Februar 1944 erklärbar. Wahrschein- lich wurde der Betrieb vonMus- weich-Bunker V bzZw. Bunker 2 noch im September 1944 eingestellt- also nach Beseitigung der Verbren- nungsgruben hinter Krematorium IV

Ruine der Sonderkommando-Unterkunft Bl. 13 im Männerlager B II d. Blick vom Lagerzaun aus. O A. Kilian 2016

und vor der Liquidierung des eben- falls 200 Mann starkenSonderkom- mando II am 23. September 1944. Nicht imApril 1944(S. 57 und 209) wurden griechische Juden dem Sonderkommando einwerleibt, son- dern erst einen Monat spãter, wie Zeit- genössische Arbeitseinsatzlisten zah- lenmäßig zweifelsfrei belegen. Die Flucht von Alex Errera fand nicht wenige Tage nach der Selektion vom 23. September 1944(S. 212) statt, son- dern nachweislich laut erhaltener Fluchtmeldung am 9. August 1944. Hilip Müller wurde nichtnach der Li- quidierung des Sonderkommandos im Dezember 1942der neu aufgestell- ten Gruppe zZugeteilt, sondern erst im Juli/August 1943. Auch hat er nicht anfangs beim Bau der Gaskammern und Krematorien mitgewirkt(S. 124).