Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 11
laut Augenzeuge Shlomo Dragon so- wie Bartosik, Marty- niak und Setkiewicz zufolge bis April 1943. Im„Begräbnis- kommando“ arbeite- ten zudem nicht „fast ausschlieBlich“ Juden aus slowaki- schen RSHA-Trans- porten(S. 26), denn die Hälfte der Häft- linge war aus Frank- reich und Holland deportiert worden, wovon Uberleben- den-Berichte un- zweifelhaft zeugen. Bunker 1 sei„im Sommer 1943“ zerstört worden, Bun- ker 2 sei„fast bis zur Auflösung des Lagers“ weiter genutzt worden (Anm. 34, S. 335), behaupten die Au- toren weiter. Im Widerspruch dazu schreiben sie an anderer Stelle, Bun- ker 1 sei schon„im Frühjahr 1943“ abgerissen worden(S. 25). Bartosik, Martyniak und Setkiewicz zufolge ge⸗ be es allerdings Hinweise, dass Bun- ker 1 vermutlich erst im Februar 1944 abgerissen worden sei. Als Folge ist damit auch die Liquidierung des 200 Mann starken„Sonderkommando I“ kurz nach dessen Abtransport am 24. Februar 1944 erklärbar. Wahrschein- lich wurde der Betrieb von„Mus- weich“-Bunker V bzZw. Bunker 2 noch im September 1944 eingestellt- also nach Beseitigung der Verbren- nungsgruben hinter Krematorium IV
Ruine der Sonderkommando-Unterkunft Bl. 13 im Männerlager B II d. Blick vom Lagerzaun aus. O A. Kilian 2016
und vor der Liquidierung des eben- falls 200 Mann starken„Sonderkom- mando II“ am 23. September 1944. Nicht im„April“ 1944(S. 57 und 209) wurden griechische Juden dem Sonderkommando einwerleibt, son- dern erst einen Monat spãter, wie Zeit- genössische Arbeitseinsatzlisten zah- lenmäßig zweifelsfrei belegen. Die Flucht von Alex Errera fand nicht „wenige Tage nach der Selektion vom 23. September 1944“(S. 212) statt, son- dern nachweislich laut erhaltener Fluchtmeldung am 9. August 1944. Hilip Müller wurde nicht„nach der Li- quidierung des Sonderkommandos im Dezember 1942“„der neu aufgestell- ten Gruppe zZugeteilt“, sondern erst im Juli/August 1943. Auch hat er nicht „anfangs beim Bau der Gaskammern und Krematorien“ mitgewirkt(S. 124).


