Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 17
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Gebrüder Strasfogel-Adressen auf der Deportationsliste 49, Bd.S. Frankreich, 02.03. 1943, 1.1.9.1./ 11182671/0TS Digital Archive, Bad Arolsen
In einem dreistündigen Video-In- terview mit Gideon Greif(Regie: Charles Tudor), nur wenige Monate vor seinem Tod im August 1989, gibt Cohen schließlich irrtümlich an, der Brief eines französischen Arztes aus dem Entkleidungsraum wäre begra- ben worden, Spãter von Franzosen aus- gegraben und seinem Schwiegervater in Griechenland übergeben worden.
Von seinen Kameraden werden le- diglich zwei Franzosen polnischer Herkunft von Cohen erwähnt: der Ma- ler David Olère(„Holler“) sowie Hers? Strasfogel(„Hert?z“), mit dem er eng verbunden war. Strasfogel sei Cohen zufolge der September-Selek- tion 1944 im Sonderkommando zum Opfer gefallen, anderen Zeugen-Aus- Sagen jedoch erst im November. Olère überlebte, hinterließ jedoch keinen schriftlichen Bericht.
In Leon Cohens Buch wird Stras- fogel als„Pariser“ und„Franzõsischer Industrieller“(S. 53 u. 60) bezeichnet. Der Transportliste zufolge wohnte Strasfogel im 11. Pariser Arrondisse- ment, Boulevard Richard Lenoir 117, in exklusiver Nähe des Place de la Ré- publique. Cohen berichtet auch darü- ber, dass er nach dem Krieg in Paris Strasfogels Frau und„Töchter“(der Plural offenbar ein Schreibfehler) be- sucht habe.
Der Verfasser schreibt darüber, dass sich seine Frau an den Präsidenten der
brüderlichen Sozialleistungsgesell- Schaft(„de notre sociétés de secours mutuel“) wenden solle, um Unterstüt- zung zu erhalten. Offenbar war der Ver- fasser gut vernetzt und mit einflussrei- chen Funktionären bekannt, was an einen engagierten Geschäftsmann wie Strasfogel denken ließe, der wie der im Brief erwähnte„Fabrikant und Fell- händler aus Toulouse“ David Lahana oder auch wie sein griechischer Freund Leon Cohen als angesehener Kauf- mann gute Verbindungen gehabt hatte. Der geschäftssinnige Rat des Verfassers an seine Ehefrau lautet:, Versucht Euch mit einem Stricker zusummenzutun, um alusschließlich aufseine Rechnung zu a- heilen.“ Chaim Herman hingegen war von Beruf Zahntechniker.
Die Tochter des Verfassers Aus dem Zusammenhang geschlossen richtete der Verfasser seine Wünsche und Ratschläge an seine einzige Toch- ter, die bereits im heiratsfähigen aber noch nicht im hochschulreifen Alter gewesen sein dürfte:„Es ist mein Wunsch, vie mõge vich v0 friih wie mõg- lich mit einem uden verheiraten, mit der Bedingung, viele Kinder zu haben.“ Der offenbar weitaus jüngeren Ehe- frau(„Du bist noch jung und Du musst Dich wieder verheiraten*) rät er, die Tochter so frũh wie mõglich zu verhei- raten, damit sie auf ein höheres Studi- um verzichten und die Mutter dadurch


