Heft 
(2018) 1/2018. Oktober 2018
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2 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

die ihnen und allen jüdischen Men- schen droht. Es gelingt ihnen, den Kindern die Flucht in verschiedene Staaten zu ermöglichen: Die jüngeren Kinder können mit Kindertranspor- ten nach England entkommen und zwei ältere werden in Frankreich von Hilfsorganisationen versteckt. Mar- garete und ihr Mann finden keine Möglichkeit, in ein sicheres Land aus- zureisen. Sie werden im Oktober 1940 in verschiedene Lager in Frankreich deportiert und am 11. August 1942 von Drancy nach Auschwit? depor- tiert, wo acht Tage später ihr Leben ausgelõscht wird.

Barbara Linnenbrügger hat für die Biographie der Margarete Krä- mer-Oppenheimer nicht nur in vielen Archiven nach Spuren gesucht, son- dern vor allem mit den durch Flucht geretteten Kindern und anderen er- reichbaren Angehörigen in verschie- denen Ländern Kontakt aufgenom- men. Diese steuerten viele Informa- tionen, Fotos und andere Familien- stücke bei, aus denen ein anschauli- ches und anrührendes Lebensbild entstand. Diese Forschungs- und Fundgeschichte wie auch die Berichte über die Begegnungen mit den An- gehörigen und ihren Familien runden das Bild jüdischen Lebens in Deutschland vor dem Holocaust ab und zeigen das jüdische Leben im er zwungenen weltweiten Fxil.

In seinem Grußwort hob Uwe

Margarete Oppenheimer-Krämer wr Keine õffentliche Person, Keine von den Menschen, die in den Annalen einer großen Geschichts- Schreibung vermerit sind. Sie war eine von vielen, aber in ihrer Art eine besondere Frau, ind gerade deshalb wurde vie zum Vorhild für

mich. Barbara Linnenbrügger

Hartwig, Vorsit?ender der Lagerge- meinschdft Auschwitz FreundesMreis der Auschwitzen die verdienstvolle Ar- beit solcher lokalhistorischen For- schungen hervor. Dadurch werde das Bild der deutschen Alltagsgeschichte vervollstãndigt und biete Orientierung gegenüber dem deutlich zunehmenden Antisemitismus äußere er sich re- Spektlos bis gewalttätig in der deutsch- stämmigen Bevölkerung oder in den Millieus muslimischer Menschen. Barbara Linnenbrügger sind durch ihre Erforschung des Schick- Sals von Margarete Krämer-Oppen- heimer auch die Verstrickungen ihrer eigenen Familie im Nazi-Reich sehr bewusst geworden. Sie sei sehr dank-

Barbara Hinnenbrügger,Lehenslinien zwischen Kaiserreich und Holocaust- Marga- rethe Oppenheimer-Krämer und ihre Familie, 96 Seiten, 200 Fotos und biografische Jexte, Ingrid Lessing Verlag, Dortmund 2018, ISBN 978-3929931-33-4, 25 Buro.