14 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
durch die Briten kamen.„Uherall lagen Teichen.“ Chana Weingarten erkrankte Schwer an Tuberkulose. Ihre Mutter starb einen Monat nach der Befreiung noch in Bergen-Belsen an Typhus. Chana reiste weiter nach Prag, wo eine Lungentuberku- lose festgestellt wurde. Damals wog die fast 16Jährige nur noch 35 Kilogramm.
30 Jahre lang hat sie über ihre Er- lebnisse geschwiegen. Dann brach es aus ihr heraus.„Jch muss davon ert
zdhlen“, sagte sie zu den Schülerinnen und Schülern.„Erzdhlt Euern Kindern ind Enkeln davon, dass Mr mit jeman- dem gesprochen habt, der das erlebt hat.“ Bei all dem, was Chana Weingar- ten erlebt hatte, war sie jünger als die jungen Leute, die ihr heute zuhörten. „IMr SOt davon wissen... Deshalb er- Zzdhle ich fremden Menschen von meit nem Lehen“, bekräftigt sie.
Hans Hirschmann
Als Siebenjährige im„Wartezimmer des Todes“ Am 9. Mai 1945 sollte Edith Bär vergast werden
Edith Erbrich, als„Halbjüdin“ dem rassistischen Verfolgungswahn Nazi-Deutsch- lands nur knapp entkommen, war im Januar und Anfang Februar unsere erste Zeit- zeugin im Jahr 2017, die wir zu Vorträgen an Schulen und für õffentliche Veranstal- tungen vermittelt haben. Auch spãter hat sie in Begleitung unseres Vorstandsmitglied Wolfgang Gehrke solche Termine wahrgenommen, um zu berichten, worüber sie zu—
vor mehr als 50 Jahre geschwiegen hat
„Idos ist ein Schlechter Begleiter aber vergeben und vergessen Kann ich nicht“, Sagt Edith Erbrich während der Veran- Staltung in der Bad Vilbeler Stadtbiblio- thek. Sie wisse noch genau um ihre Angst, als sie ins Lager Theresienstadt deportiert wurde. Als sie bereits im Viehwaggon war, wurde die kleine Edith noch einmal hochgehoben, ihre Mutter wollte sie noch einmal sehen:„Da sah ich sie weinen.“
Edith Erbrich wurde 1937 in Frankfurt am Main als Edith Bär geboren. Susanna, ihre katholische Mutter, wurde in Beuge- haft genommen und sollte sich von ihrem jũdischen Mann scheiden lassen.„ Warium wird s0 viel Gedõns wegen der Muden ge- macht— die weyden doch alle vergast“ hat man ihr vorgehalten, wie ihre Tochter Pdith berichtet. Susanna Bär ließ sich
nicht erpres- Sen und sagte Ssich nicht von ihrer Familie los. Warum und wer dafür Sorgte, dass Sie nach 21 Jagen Haft trotꝰdem freikam,„das ist his helte unMlar“, kom- mentiert ihre Hena Rär Kennlarte Jochter.
Pdith und ihrer Schwester wurde je- doch das„J in den Ausweis gestempelt, und sie durften nicht mehr zZur Schule ge⸗ hen. Am 14. Februar 1945 wurden Nor- bert Bär und seine Töchter Edith und Hella(geb. 1933) ins Lager Theresien-


