Heft 
(2017) 2/2017. Dezember 2017
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10 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

Bedauert nicht gefragt zu haben

Agnes Grunwald-Spier ignorierte lange ihre Familiengeschichte

Die Holocaust-Uberlebende war vom 3. bis 7. Oktober auf Einladung der I GA zu einer Vortragsreise in Hessen. Sie hat in der Ortenberger Gesamtschule Konradsdorf und an der Gießener Ostschule gesprochen und an der Universität Gießen bei einer õffentlichen Veranstaltung in Kooperation mit der Arbeitsstelle Holocaustliteratur.

Agnes Grunwald-Spier und LGA Vorstandsmit-

glied Wolfgang Gehrke in Gießen.

Sie habedurchaus Schldgefiihle, liherleht ⁊l haben Zitiert die Reporterin des Kreisanzeigers Büdingen, was Agnes Grunwald-Spier den Jugendlichen in Konradsdorf eingestand. Ihr gehe es dar- um, die einzigartige Schrecklichkeit während der NS-Zeit bewusst Zzu ma- chen. Deshalb berichte sie darũber und hat bisher zZwei Bücher geschrieben: The Omer Schindlem. Wh) some people Cho- ve 10 sdve ihe Jews in ine Holoculst han- delt von Menschen, die Juden das Leben gerettet haben und bei Who Betrayed e Jews Ve Reulities of Nazi Feecution in me Nolocuust geht es um Menschen, die Nuden verraten haben.

Agnes Grunwald-Spier wurde im Juli 1944 in Budapest geboren. Im Ater von nur vier Monaten wurde sie mit ihrer Mutter Leona Grunwald in das Ghetto der ungarischen Hauptstadt deportiert.

Dort wurden sie im Januar 1945 be- freit, nachdem sie zuvor nur knapp einem Nansport in die Ungewissheit entkommen waren. Ein ihr bis heute unbekannter Mann verhinderte, dass Mutter und Kind getrennt wurden. Ihr Vater war da bereits Zur Zwangs⸗ arbeit an die Ostfront deportiert worden, als Minensucher.Meine Muller mlss damals sehr sturi gewe- Sen Sein, ob wohl sie eine Kleine Pemon wen Sie slillle mich, ob wohl es Kaum zl essen gah, berichtet Grunwald-Spier. Zwei Jahre nach Kriegsende siedel- te die Familie nach England über, wo Agnes Grunwald-Spier heute noch lebt. Ihr Vater nahm sich 1955 das Leben, und die Tocher bedauert, dass sie ihn nie nach seinen Erlebnissen als Minen- sucher an der Front gefragt hatte. Sie Selbst habe mehrere Jahrzehnte ver- sucht, ihre eigene Geschichte und damit auch die der Eltern zu ignorieren. Erst mit 51 Jahren begann sie, sich mit die- sem Thema und auch ihrem eigenen Schicksal auseinanderzusetzen. Anlass hierzu war eine Ausstellung zu Anne Frank in England und das erwachende Bedürfnis, ihren drei Söhnen mehr er- zãhlen zu können. Sie nahm auch ein Stu- dium auf, um einen Master im Bereich Holocauststudien zu absolvieren. Hans Hirschmann