Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 33
Verbrecher Mohnhaupt und Mundilos nicht selbst am 4. No- vember 2011 in Eisenach in ei- nem geparkten Wohnmobil er— schossen hätten. Kurz davor hatte die Dritte des Mördertrios, Beate Zschäpe, das Haus im 180 Kilometer von Eisenach ent- fernten Zwickau verlassen und war untergetaucht, s0 wie sie es 14 Jahre lang hatte machen kön- nen. Ihre Katze gab sie noch vorher bei den Nachbarn ab.
Das Haus, in dem die drei wohnten, wurde zum großen Teil durch eine Brandbombe zerstört, um Spuren bzw. Be- weise Zu beseitigen. Dennoch gelang es nicht, alles zu zerstören. Neben einer Waffe, die bei den Morden benutzt wur- de, fanden die Ermittler noch Hilme, DVIdSs und weiteres rechtsextremes Material.
Der Prozess
Seit Mai 2013 müssen sich Beate Zschä- pe und vier mutmaßliche Terrorhelfer des rechtsextremen Nationdlsozialistischen Untergrundes vor dem Oberlandesge- richt München verantworten. Ihnen wird zur Last gelegt,?ehn Morde, Zwei Spreng- Stoffanschläge und mindestens 15 Bank- überfãlle ⁊wischen 2000 und 2007 began- gen zu haben. Zschäpe wird außerdem vorgeworfen, das Haus in Zwickau, in dem sie zuletzt gewohnt hatte, angezün- det Zu haben. Bisher gab es mehr als 350 Verhandlungstage. Weitere zusätzliche Verhandlungstermine sind bis 2018 ge- plant. Mehr als 500 Zeugen sind in diesem Verfahren vernommen worden.
Die Staatsanwaltschaft hat die An-
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Hier in Nürnberg in der Gyulaer Straße wurde Ab- durrahim Ozüdogru erschossen. Foto aus wikipedia, Autor: Marp6S, März 2012
klage gegen Zschäpe auf Mittäterschaft gestüt?t, obwohl sie angeblich selbst nicht an den Jatorten gewesen sein soll. Käme es zu einer Verurteilung als Mit- täterin, droht Zschäpe eine lebenslange Haft. Sie sei für die Beschaffung von Waffen, Jatfahrzeugen, falschen Papie- ren sowie der Verwahrung der Beute aus Raubüberfãllen zuständig gewesen.
Mit angeklagt ist der Neonazi Raff Wohleben(40). Ihm wird zur Last gelegt, die Mordwaffe für den NSU verschafft zu haben. Interessant ist, dass Wohlleben von Rechtsanwältin Nicole Schneiders vertreten wird, die als bevorzugte An- wältin der rechtsextremen SZene gilt und als Studentin der NPD angehörte.
Die Strategie der Anwälte, ins— gesamt fünf, ist und war, dass sich Zschäpe nicht äußern solle. Fragen an die Angeklagte werden notiert und die Antworten später von den Anwälten im Saal verlesen. Ein Prozedere, das Sich an der Grenze des Erträglichen be- wegt, weil es das Gericht, die Bundes-


