Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 1
Von Auschwitz lernen
und Verantwortung übernehmen Bericht über eine Studienfahrt
Von Fsther Nauth
Ich bin 23 Jahre alt und studiere im sechsten Semester Deutsch und Geschichte auf Lehramt für Haupt- und Realschulen an der Goethe-Universität in Frank- furt am Main. Bei den Nachforschungen zum Thema Auschwitz, die ich für mei- ne Fxamensarbeit getätigt habe, bin ich auf die Internetseite der Lagergemein- schaft und das Angebot der Studienfahrt gestoßen. Da ich im Rahmen der Fxamensarbeit eine Exkursion für Schülerinnen und Schüler nach Auschwit? plane, war eine Fahrt dorthin unabdingbar.
Für mich persõnlich war es der ers- te Besuch eines Konzentrationslagers überhaupt. Daher hatte ich gemischte Gefühle gegenüber der Reise: Finer- Seits ist mein Interesse für dieses The- ma so groß, dass ein Besuch eigentlich gar nicht vermieden werden konnte. Andererseits hatte ich Angst vor der Begegnung mit diesem Ort, an denen die Menschen des Landes, in dem ich lebe, die grausamsten Verbrechen ver- übt haben, die man sich vorstellen kann(eigentlich ist es unvorstellbar). Doch ich habe die Reise angetreten und der Vergangenheit der Deutschen ins Gesicht geblickt.
Auschwitz— der deutsche Name der polnischen Stadt Oswiecim wird für alle Zeit im Gedächtnis der Welt bleiben. Auschwitz ist das Symbol für die Shoa, für Völkermord und Terror
und für das unvorstellbare Grauen. Doch entstand das Konzentrations- und Vernichtungslager nicht einfach aus reinem Sadismus heraus— in Aus- chwitz waren die Täter, ganz normale? Menschen. Jeder konnte zum Täter werden.„Es ist geschehen, foiglich Kann es wieder geschehen“(Primo Levi). Daher ist es umso wichtiger, den Ort der Gedenkstätte zu besuchen und als Möglichkeit Zum Lernen zu nutzen. Wir sollten lernen, was dort passierte, wer handelte und aus wel- chen Gründen, um ein zweites Ausch- wit? Zu verhindern.
„Milionen Menschen auf der Welt wisen, wus Auschwilz wan Aber weiler- hin muss im Bewusstsein und in der Er- innerung der Menschen hleiben, dass es nur von ihrer Entscheidung abhängt, ob vich so eine Vragödie wiedermolt. Mur
1 Primo Levi war ein italienischer Chemiker(19191987), der in Auschwitz-Monowit? als Zwangsarbeiter der BunaWerke des IG-Farben-Konzerns inhaftiert war. Er hielt seine Erfahrungen al Uberlebender des KZ in verschiedenen Werken fest, unter an- derem„ Pt das ein Mensch?“ oder„Die Untergegangenen und die Gereneten“.


