Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 31
PR-Agentur der AfD
Wer nun die aus der Geschichte„hestens hekannte politische Mechanik“ befür- worte, den ideologischen„Drift' der Menschen nach rechts verhindern zu wollen, indem man selbst rechte Politik macht- wie insbesondere die GSU— mache sich zur„PR-Agentur der 4fD*, urteilt Welzer. Statt die Ursachen der weiltweiten Hüchtlingsbewegungen in Betracht zu ziehen— Ausbeutung der fos- silen Resourcen und Hofierung von dik- tatorischen Regimen usw.— gehe es nur um die Frage, wie Furopas Außengren- zen besser gegen Füchtlinge„geschiitzt“ werden können.?“ Mit der in Politik und Medien propagierten Meinung, die Füchtlinge sollen einfach bleiben, wo sie sind und das„Hichtlingsproblem“ sei gelöst, sei die Wirklichkeit dort ange- kommen, wo vor Jahren das Satire-Mag- azin fitanic die Lösung des Hungerprob- lems in Afrika bissig zu sehen empfahl: „Pinfuch mehr pachteln, Lelite““
Zustimmungsdiktatur Welzer beunruhigt die kollektive Ver- Schiebung der Wahrnehmungen und Deutungen:„Es geht nicht um das per- fide ostentative Versagen der meisten Staaten der EU bei der Aufnahme der Nichtlinge, nicht im die Bekämpfung des ersturkenden Rechtseutremismus mit den Mitteln des Rechts, nicht um die Schnwächen überregulierter Verwaltungen nd Kapitigesparter Sozialsysteme, nicht
lm die moralische Verwahrlosling vieler Paurteipolitiker ind deren Demokratie- feindlichkeit. Nein, es geht um„die ichtlinge““
Welzer konstatiert eine hysterisierte Diskussion„alfälliger Real- und Fan- tasieprohleme“ mit'den Flüchtlingen', die ihm wie ein„gespenstisches Real- experiment“ anmute. An historischen Beispielfällen könne gesehen werden, „ie Sicn die Referenzrahmen der Wahrnehmung und Deutung von Preignissen und Situationen oft er— vtainlich Schnell verindern.(...) Alle halten vich auch dann noch für moralich integen wenn sie Schon ldngst der Gegenmenschlichkeit zustimmen.“ Statt von der„Verfihrung der Massen“ und der„inneren Emigration“ der Intellek- tuellen zu reden, sei anzuerkennen, „Uss die Nazis in einer Zustimmungs- diktatur eben alle vind die pralktisch, auf der Ehene ihres tatsichlichen Verhaltens zustimmen.“
Gewissermaßen paradox sei, dass dies im Moment zu geschehen droht,„ in einer wirtvchalfllichen, fisKalischen und admin- istrutiven Lage, die weit wie nur denkhur vom Notstand entfernt ist“. Dieser Not- Stand aber trotzdem herbeifantasiert wird., Kirz Warim herrscht ausgerechnet dann normative Ohbduchlosigkeit wenn zlim eysten Mal seit vielen Jahren moral- isches HMandeln gefordert is Klan eindeltig, dringend und leisthar?“ Weker Spricht von einer„Prifung unserer
* Die Feststellung, dass Furopa einer auf dem Mittelmeer transportierten Ware mehr Schut? gewährt als Füchtlingen, sei einst als Zynisch kritisiert worden. Heute aber, Schreibt Doris Akrap(taz, 19. November,„Wer von Vrumps Mauer Spricht, Kann von der euro- piischen nicht Schweigen“) werde niemand, der halbwegs bei Irost sei, abstreiten, was die Goldenen Zitronen schon 2006 gesungen haben: Uher euer scheiß Mittelmeer Kdm ich,
wenn ich ein Vurnschuh wän Oder als Hachhild-Scheiß— ich hätte wenigstens ein' Preis.
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