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(2016) 1/2016. September 2016
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18 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

Achwitz. Nationaloz ialistisches Vernichtungslager(Beitrag Barbara Jaros?z's über den Lagerwiderstand, Seit 1997 in dt. Sprache, jedoch noch unter Finbeziehung S?mulewskis), seit 1996 in der überarbeiteten deutschen Edition der Sonderkommando-Hand- schriftenInmitten des grauenvollen Vorbrechens und seit 1999 in Band IV vonAlschwitz 194094(Henryk Swiebockis Beitrag zurSammlung von Beweisen) wieder.

Auf den Gedenktafeln in der Nähe des Originalschauplatzes ist diese Ver- sion seit 1993 festgeschrieben.

Keine restlose Aufklärung (von der Jahrtausendwende bis in die Gegenwart)

Fajnzylbergs Darstellung konnte je- doch bislang durch andere Augenzeu- gen-Berichte auch nicht bestätigt wer- den. Shlomo Dragon gab in Gideon Greifs Interview-Sammlung, Wir wein- len trãnenlos...(1993) lediglich an, ei- ne Kamera von Fajnzylberg erhalten und diese versteckt zu haben. In seinen ersten Aussagen am 26. Februar und 11. Mai 1945 erwähnte er dies nicht, aller- dings gab Fajnzylberg am 16. April 1945 zu Protokoll, dass er es gewesen sei, der den Fotoapparat vergraben habe. Der wahrscheinlich Einzige, der den tat- Sächlichen Hergang der Aktion bezeu gen konnte, der FotografAlex Alberto Errera, wurde nachweislich am 9. August 1944 während eines Flucht- versuchs von der SS ermordet. So hatte es auch Fajnzelberg 1978 angegeben. Den unplausiblen Ablaufschilderun-

gen von S?Zmulewski und Fajnzylberg oder der Interpretation von Stanislaw GwiꝰZdka(Siehe MB der IGA 2015, 8. 32 f.) konnte durch einen unmittelba- ren Augenzeugen daher nicht mehr widersprochen werden.

Auch Fajnzylberg unternahm ei- nen Fluchtversuch. Im September 1944 wurde er jedoch aufgehalten und überlebte nur, weil die Flucht von der S8 nicht als solche erkannt wurde.

Die Widerstandsaktionen auf dem Krematoriumsgelände waren vielfäl- tig und komplex, der konspirative Charakter der Tätigkeiten verhinderte jedoch in den meisten Fällen ihre lũckenlose Aufklärung. Häufig kann- ten Aktivisten nur ihren direkten Ver- bindungsmann, ihre Aufgaben waren begrenzt. Die Durchführung von ille- galen Aktionen war nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen arbeitsteilig orga- nisiert. Selbst wenn mehrere Häftlin- ge in die Aktion involviert gewesen wären, ist Fajnzylbergs Behauptung ei- nesAutorenkollektivs fragwürdig.

Der ursprünglichen, längst nicht mehr haltbaren Version SZmulewskis folgen Zum Jeil bis in die Gegenwart ei- nige wenige Journalisten, Schriftsteller G. B. Claude Lanzmann und Christo- pher Hitchens) und Historiker, so auch Gideon Greif und Itamar Levin in ihrem im Oktober 2015 erschienenen Buch Aſand in Auschwitz. Die beiden renommierten Historiker datieren die Fotos fälschlicherweise auf Juni 1944, behaupten Zudem, dass Abzüge der Auf- nahmen 1944 in Birkenau vergraben worden seien. Sie verwechseln hier of- fenbar die Sonderkommando-Fotogra-