Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 3
Was es für uns auch heute noch bedeutet Gedenkstunde am 27. Januar 2016 im Deutschen Bundestag
Ruth Klüger, die als Elfjährige 1 942 mit ihrer Mutter von Wien aus zunächst ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurde, danach nach Auschwit?- Birkenau und schließlich nach Christianstadt, einem Außenlager von Groß-Ro- sen, war Gastrednerin bei der diesjährigen Feierstunde zum Gedenken an die
Opfer des Nationalsozialismus.
Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwit? durch die Armee der Sowjetunion ist Gedenktag für alle Opfer des Natio- nalsozialismus.
Bundestagspräsident Norbert Lam- mert(CDU) dankte in seiner Anspra- che zur Eröffnung der Gedenkstunde ausdrücklich Ruth Klüger für deren Zusage, vor dem Bundestag zu spre-— chen. Er Sagte wörtlich: Verehrte Frai Kigen ich weiß m UMre SMepsis, Uhr Mistrauen gegeniber Kitualen õffentli chen Gedenkens. Umso höher rechnen wir UMnen an, dass Sie dieser Pinladung helte in den Deutschen Bundestag ge- Foigt lnd aus den Vereinigten Stuaten angereist vind im UMre Worte an uns 2 richten. Wir danken UMhnen für Uhre Be— reitschaft Zu herichten, was Se erfahren haben und zu deuten, wus das Gesche— hene für Sie und für lins noch helite, auch heute, wieder hedeitel.“
Der Schwerpunkt von Ruth Klü- gers beeindruckender Rede lag auf dem Thema Zwangsarbeit. Ausführ-
lich erwähnte sie dabei die“sexuelle Zwangsarbeit? der weiblichen Häft- linge, die nach Heinrich Himmlers ver- achtenden Worten den fleißig arbei- tenden Gefangenen(..) in Bordellen zgefiihrt werden“. Diese Prostituion sei nicht eine Arbeit', die man sich freiwillig ausgesucht habe, wie den missbrauchten Frauen nach Kriegsen- de oft Zynisch vorgeworfen wurde. Und natürlich wurden sie nicht als Zwangsarbeiterinnen mit Anspruch auf Restitution angesehen und einge- stuft. Der Respelkt, den man den Uher- lebenden der Lagen wenn nicht immen S0 doch oft, enigegenbrachte, galt für vie nicht.*
Am Ende griff Ruth Klüger Nor- bert Lammerts eingangs zitierten Wor- te auf und erklärte, warum sie der Ein- ladung des Bundestages gefolgt war. Die Schlusspassage ihrer Rede lautet: „Verehrtes Plhliklum, ich habe jetzt ei- ne ganze Weile iber moderne VersKla- vling ab Zwangsarbeit in Nazi- Europa gesProchen und Beispiele aus dem Ver-
Die beiden sehr beindruckenden Reden von Norbert Lammert und Ruth Klüger sind auf der Internetseite des Deutschen Bundestages im Wortlaut zu lesen:
www. bundestag. de/blob/404414/6781 bs1 965 fb7ScSfZbc21ded8c4273/Kw0O4. ge
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