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(2010) 2/2010. Dezember 2010
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 25

besteht jedoch erst ab 1. 3. 1943, da erst von diesem Zeitpunkt an die Verfolgung der Zigeuner aus rassischen Gründen begonnen hat. Damit blieb die Inhaftie rung in den Internierungsla- gern Diesel- und Krupp Straße entschädigungslos. Else Schneider, die we- genStaatsabträglicher Außerungen am 30. Sep tember 1943 nach Ravens- brück überstellt wurde, bringt es auf den Punkt: Seit meiner Rückkehr im Juli 1945 habe ich nur Be- scheinigungen beigebracht und gewartet, dass mir end- lich mein Recht wird. Fort- geschleppt hat man mich ganz schnell, ohne lang zu fragen oder einen Prozess Zu machen.

Orte der Erinnerung

In den alphabetischen Teil des Buches integriert sind informative Erklärun- gen Zu den Stichworten:Arbeitserzie- hungslager,Judenhäuser, Zwangs- arbeit in Frankfurt am Main, Komman- do Schneiderei,Ravensbrück-Ausch- witz, Auschwitz- Ravensbrück, Ent- schädigungsakten, DasJudenreferat der Gestapo Frankfurt, Bernburg, Mischehen. Diese Texte sind sehr hilfreich beim tieferen Verständnis der oft knappen Lebensdaten der Frauen.

Die Dokumentation wird vervoll- ständigt durch eine Namensliste mit Quellenangaben, die Auflistung von Archiven, Datenbanken, Gedenk- büchern und Literatur.

Es ist Zu wünschen, dass diese For- Schungsarbeit weiter geführt wird. Dies ist auch die Absicht der Autorin-

DiE NSBEHORDEN DER STADT FRANKFURT

AM MAN SETZTEN AUF DIESEM 6ELANDE SEI DEM SOMMER 1937 5NTI UND ROMA-FAMiLEN ZWANGSWElSE FFST S1F»LFEBTENe HER UNTER UNMENSCHLCHEN BEDNGUNGEN.

1942 WURDEN SNTI UND ROMA N DAS

ZWANGSLAGSER KRUPPSTRASSE VERBRACEH. VON DORTWURDEN MERR A HUNOER MENSCRHEN VOR ALLEM NACEH AUSCEHWTZ

VERSCRHLEPPT UNDO DORT ERMORDE.

»Weckt mich nicht aus meinem reum, damſt dese Wet ncht verstehen muß,

wie ein Kom behandeſt wird.«

(ied der Sinti und Romo in Auschwitz)

Gedenktafel im Osthafen, Dieselstraße 40.

nen, die ihre Spurensuchein doppel- ter Hinsicht als nicht abgeschlossen erklären: Zum einen soll es den ver- folgten Frauenihre Namen, Gesich- ter und Biografien wiedergeben und zum anderensucht es in Frankfurt Orte auf, an denen diese Frauen vor ihrer Deportation wohnten und arbei- teten, und Orte, an denen ihrer heute gedacht wird.

Angelika Berghofer-Sierra

Petra Busmann, Ursula Krause- Schmitt, Cora Mohn Birgit Morten Doris Seekamp. Frankfurt am Main Frauen K?Z Ravensbrück. Lebensspu- ren verfolgter Frauen. Herausgegeben vom Studienkreis Deutscher Wider- stand 1933- 1945. VAS Verlag für Akademische Schriften. Bad Hom- burg, 2009. ISBN 978-3-88864-4542, 14,80 Euro.