24 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
wurde sie, gerade mal 17 Jahr alt, des Diebstahls bezichtigt und festgenom- men; am 24. Februar 1 044 wurde sie von der Gestapo in das Frauen K?ꝰ Ravens- brück überstelit.
Diese wenigen Daten geben Raum für viele Fragen: Wann wurde diese Ju- gendliche verschleppt? Unter welchen Umständen? Welche Schrecken hatte Sie davor schon erleben müssen? Was passierte mit ihrer
dort Ende 1941 in das Lager Krupp- straße eingewiesen. Hier kommt der neunjährige Bruder ums Leben. Im Frühjahr 1943 wird die Familie nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Der Vater stirbt an den Lagerbedingungen, die Mutter und drei Geschwister wer- den mit vielen anderen Sinti und Roma ins Gas geschickt. Die Brüder Herbert und Hein? müssen zur Zwangsarbeit in
die KZ Sachsen-
Familie? Worum ging es bei dem „Diebstahl“? Wer
AlIF DEM 6ELANDE KRUPPSTRASSE
sEFAND Sc sEIT 1942 EiM NAOMASOZAScs TERERUGSLAGER FUR SiMT Ub ROMA.
hausen und Bu— chenwald. Wanda Adler wird am 15.
M PRUHLARR 1943 WURDEM VOM RiER
hat sie denunziert? Wurde sie mit„Er- zichungshaft“ in ei- nem„Arbeitserzie- hungslager“ be- Straft? Wurde sie nach Ravensbrück eingewiesen, weil die Gestapo den„Erziehungszweck“ als nicht erfüllt ansah? Hat sie Ravens- brück überlebt? Welche Auswirkungen hatten die Verschleppung zur Zwangs- arbeit und die Inhaftierung in Ravens- brück auf᷑ ihr weiteres Leben?
Von Johanna Stutte, die wegen ih- rer Mitgliedschaft bei der Vereinigung „Christliche Wissenschaft“ verhaftet und am 7. August 1941 nach Ravens- brück gebracht wurde, erfahren wir ebenfalls nur wenige Daten. Aber wir erfahren, dass sie am 9. Februar 1942 wieder frei gelassen wurde.- Was pas- sierte danach mit ihr? Hat sie den Krieg überlebt?
Nicht„entschädigungswürdig“ Manchmal führte der Weg nach Ra- vensbrück über andere Lager. So wird die neunköpfige Familie der Sintezza Wanda Adler im Februar 1941 in das Internierungslager Dieselstraße, von
MEEHR Al.S ENEHUNMDER MENMSCEENM NAC AUSCWA DEPORTERT UND DIE MESTEM VON HNEN WURDEN DO
Tafel an der U-Bahn-Station„Krupp- straße“(Ecke Borsigallee)
April 1944 2ur Zwangsarbeit in das Frauen KZ Ra- vensbrück über- Stellt. Sie gehörte damit offensichtlich zu einem Jransport von 473 Frauen aus dem„Zigeunerlager“ in Auschwit?- Birkenau. Es ist anzunehmen, dass sie in ein Außenlager bei den Rüstungsbe- trieben überstellt wurde. Herbert Adler berichtet:„In Ravensbrück habe ich das erste Mal meine Schwester gese- hen, die drüben im Frauenlager war. Zwischen uns standen die Wachen, die SS-Leute und ein geladener ZTaun von zigtausend Volt.“ Die drei Geschwister überlebten die Lager und trafen sich nach der Befreiung in Frankfurt.
Die Schmach setzte sich fort: Wanda Adler musste einen entwürdigenden und nahezu aussichtslosen Kampf um die Entschädigung führen. Erst ab Ende der 1950er Jahre wurde ein Teil der Haftzeit als„entschädigungswür- dig“ anerkannt.
Im Ablehnungsbescheid von Ku- nigunde Klein, einer der Frauen aus dem Buch, steht:„Fin Anspruch auf Entschädigung wegen Freiheitsentzug
ERMORDET


