2 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Getto erschien und in einer illegalen Aktion kräftige hugendliche und er- wachsene Männer als Zwangsarbeiter rekrutierte. Die Gemusterten, darun- ter auch der damals 15 jährige Imre, Lehrling eines Pelzmeisters, wurden an die Ostfront an den Hluss Don ge- bracht und mussten für die mit den Deutschen verbündete ungarische Armee Schützengräben ausheben und andere Arbeiten verrichten. Fine Woche nachdem Imre so Tis?zafüred verlassen hatte wurden die im Getto zurückgebliebenen Juden, darunter seine Eltern, nach Auschwitz-Birke- nau deportiert und ermordet.
Im Getto Budapest
Fva Le bovits wurde 1937 in Buda- pest geboren. Ihr Vater musste ab 1940 Zwangsarbeit bei der ungarischen Wehrmacht leisten. Er überlebte kur?z vor Kriegsende den Fussmarsch über die Grenze nach Bayern ins Konzen- trationslager Dachau und das Neben- lager Türkheim, wo er seine Befreiung und die Kapitulation Deutschlands er- lebte. Eva und ihre Mutter waren in Budapest in einem„Gelben-Stern- Haus“ mit anderen Familien auf en- gem Raum zusammengepfercht. Im November 1944 verschlimmerte sich die Situation mit der Finweisung ins Getto.„Dort waren die Verhältnisse schrecklich: wenig Lebensmittel und Wasser, viele Krankheiten und keine Medikamente. Meine Familie wurde am 18. Januar 1945 befreit. Dazu ein Schlimmes Beispiel: meine Mutter war 47 Jahre alt und ihre Gewicht betrug
nur 36 Kilogramm“, berichtet sie.
Zum Schanzen am„Südostwall“
Imre Lebovits Weg führte von der Front am Don zurück durch Ungarn und bis nach Osterreich ins burgenlän- dische Donnerskirchen. Dort befand sich eines von mehreren Auffanglagern für Schanzarbeiter. Sie wurden ab Mit- te Oktober 1944 entlang der Grenze nach Ungarn eingerichtet. Die Häftlin- ge sollten den so genannten„Südost- wall“ errichten, ein System von Stel- lungs- und Befestigungsanlagen, das den Vormarsch der sowjetischen Trup- pen stoppen sollte. Ab November 1944 mussten auch zehntausende ungari- sche Jüdinnen und Juden unter un- menschlichen Bedingungen hier Schan?zarbeiten leisten. Ende März 1945, unmitte lbar vor dem Finmarsch der Roten Armee, wurden diese Häft- linge per Bahn, Schiff und häufig in mörderischen Fußmärschen nach Mauthausen und Gunskirchen ver- bracht. Hotz Erfrierungen an den Beit nen und überstandenem Flecktyphus überlebte Imre Lebovits die Märsche und wurde in Mauthausen am 5. Mai 1945 von der Us Army befreit.
Das Auschwitz-Album
Seine Ausführungen unterstützte Imre Lebovits mit einigen an die Wand projizierten Bildern, darunter eins von seinem Vater sowie der Familie seiner Frau. Mit dabei auch ein Foto aus dem „Auschwitz-Album“*, das die ungari- sche Jüdin Lili Jacob durch Zufall fand und retten konnte. In diesen seltenen
* Das Auschwitz-Album. Die Geschichte eines Transports. Herausgegeben von Israel Gutman und Bella Gutterman. Wallstein Verlag, Vad Vashem. 2002


