Heft 
(2010) 1/2010. Juli/August 2010
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 37

dore Smith und Gerhard Herr

überhaupt nichts, wenn man nicht der deutschen Herrenrasse angehört. Das menschliche Wort ist nichts wert, weil es diesen Grund der Hõlle nicht ausdrückt es ist bereits unnütz. Alles brennt und verbrennt in diesem Feuer aus den Ofen. In der Lunge und im Herzen ha- be ich diesen Rauch. Ich atme ihn s0 Stark und durchdringend ein! Ich kann in dieser, die vor der Baracke steht und den PErläuterungen zuhört, mein Ich von einst unterbringen, mich, die in die- Ser Hölle war und sie für immer vor Au- gen hat. Die Vergangenheit in der Ge- genwart und beide in mir unterbringen! Klein und einsam inmitten so vieler in- nerer und äußerer Anwesenheiten.

Ich raffte mich auf und bat einen is- raelischen Fremdenführer, er möchte mich Zu irgendjemandem aus dem Büro bringen, ich wollte etwas erfragen, ich hätte etwas über das Lager geschrieben und wolle das jemandem übergeben.

Von der Türschwelle begann ich aus mir herauszuwerfen, wer ich bin und wer ich war. Ich nahm meine israelischen No- tiꝰen über Auschwit? heraus. Der Teiter rief eine junge Mitarbeiterin, die das Los der Kinder im Lager studierte. Er schlug vor, Schnell ein Mikrophon zu holen... Ich fürchtete, dass meine Gruppe abfah-

ren und ich es nicht schaffen könnte, ihnen alles Zzu berichten. Ich wollte auch noch ein- mal überfliegen, was ich in meinem Heft spon- tan, auf der Reise durch Polen, nach 40 Jahren, notiert hatte. Ich hatte nur nicht erwartet, dass ein plõtziches Schluch- zen mir die Stimme nimmt. Nie Zuvor hatte ich geweint, wenn ich von diesen Erlebnissen sprach. Jetzt war alles anders, Stärker- näher!

Sie hörten mir mit absoluter Auf— merksamkeit zu, erschüttert, mit Iränen in den Augen, auf den Wangen.(Der Leiter versuchte diese Zu verbergen und ging deshalb mehrmals aus dem Zim- mer). Ich war nun nicht mehr allein, auch nicht fremd! Ich sprach darũber in Polen, im ehemaligen Lager, das heute museale Gedenkstätte ist, in meiner Muttersprache zu Polen, die wussten, wovon ich sprach, auch wenn sie zum Glück mein Schicksal nicht teilten. Es zeigte sich, dass sie das lebendige Wissen eines einfachen Häftlings brauchten, sie erlebten es intensiv, identifizierten sich mit mir. Zwischen uns gab es keinerlei Barrieren. Ich war zutiefst verstanden worden von Menschen, die forschen und die Erinnerung an diese Breignisse wis- Senschaftlich und präzise in Dokumen- ten festhielten. Seit Jahren brüten sie zu⸗ sammen mit ihren Kolleginnen und Kol- legen unverdrossen über diesen Arbei- ten, inmitten der Schreckgespenster von Auschwitz, um dieses Denkmalmuseum zu erhalten. Sie verhindern seinen Un- tergang trot? der im Laufe der Jahre auf- tretenden Schwierigkeiten. Was hätte ich an jenem Jage ohne sie getan? Gäbe