32 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Studienfahrt nach Auschwitz im Frühjahr 2010
Die Lagergemeinschaft Auschwit?- Freundeskreis der Auschwitzer berei- ten eine Studienfahrt nach Polen vor. Die Gruppe wird sich vom 26. Februar bis zum 3. März in Auschwitz aufhal- ten. Es wird unter anderem Zusam- menkünfte mit ehemaligen Hãäftlingen
des Konzentrations- und Vernich- tungslagers geben. Weitere Auskünfte auf Anfrage beim Freundeskreis der Auschwitzer, Internet www. lagerge- meinschaft-auschwitz.de, EH-mail an infoGlagergemeinschaft-auschwitz. de (Giehe auch Impressum).
Lagergemeinschaft schreibt an den Auschwitz-Uberlebenden Wladyslaw Bartoszewski
Auschwitz- der Name war in den let?ten Monaten oft in der Tagespresse zu lesen. Fin katholischer Bischof leugnete in Amtstracht die THodesma- Schinerie von Auschwit?-Birkenau und ihre millionenfachen jüdischen Opfer. Dabei referierte er ausführlich den berüchtigten Report des Auschwit?- Leugners Fred A. Leuchter und berief Sich auf wissenschaftliche Erkenntnis- Se. Das ließ erschauern und hat sicher- lich viele ehemalige Auschwitzhäftlin- ge tief erschüttert.
Fast Zeitgleich eskaliert der Konflikt um das deutsch-polnische Kuratorium für die Erinnerung an Flucht und Ver- treibung im 20. Jahrhundert. In dieser Debatte fühlten sich deutsche Politiker bemüßigt, den ehemaligen Auschwitz- Häftling Wladyslaw Bartos?Zewski zu kritisieren. Der hatte- seiner Aufgabe als Staatssekretär beim polnischen Ministerprãsidenten nachkommend- nicht locker gelassen, die Position Polens gegenüber der Frinnerung an die Vertreibungen in der Folge des von Deutschland angezettelten Krieges dar- zulegen und?Zu verteidigen. Vielleicht war er in dieser Pebatte Zu optimistisch bei der Beurteilung des Normalitäts-
grades des deutsch-polnischen Verhält- nisses. Plötzlich schrieb ihm Volker Kauder(Vorsitzender der CDU-Bun- destagsfraktion) einen offenen Brief, in dem er den„lieben Freund“ meinte mahnen zu müssen. Und der hessische CDU-Fraktionschef Christean Wagner der ehemalige Kultusminister mit dem Lehrplan über„Vertreibungsgebiete“- rüpelte von Rücknahme und Entschul- digung, die Prof. Bartos?zewski„unver- züglich“ abzuliefern habe. Zwei hervor- stechende Stimmen von vielen.
Prof. Bartosꝰewski hatte nach seiner Entlassung aus Auschwit? in Warschau im Untergrund für die Rettung der Juden gekämpft und nach dem Krieg wissen- Schaftlich, publiZistisch und politisch für die Verstãndigung und Aussöhnung zwi- Schen Polen und Deutschen gearbeitet.
Unsere Aufgabe als Lagergemein- Schaft ist es nicht, uns in die Pebatte über die Vertriebenenverbände einzu- mischen. Allerdings fühlte ich mich ver- pflichtet, dem ehemaligen Auschwit?- Hãäftling Bartos?Zewski unsere Solidaritãt in einem Briefzu bekunden. Auf Seite 33 mein Schreiben an Prof. Bartos?Zewski im Wortlaut.
Uwe Hartwig


