Heft 
(2009) 1/2009. August 2009
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 29

Standhaft trotz Verfolgung. Jehovas Zeugen unter dem NS-Regime

Eine DVD-Besprechung Von Diethardt Stamm

Die Hftlingsgruppe der Zelugen Jehovus wur in vielen Konzentrutionslagern existent. Moch es giht his helte nicht ausreichend viele veròffentichte Hokumente z. B. in Schlil- hiichern nd amichen Phlikationen über deren grausume Behandung durch die Nazis und mgelehrt üher den hesonderen Widerstand, den dienternutionule Bihelſomcher Vereinigung(15V) leistete. IBV wlirde von den Nazis als Abkürzung henilzt wur jedoch auch schon vor 1933 die oſfizielle Registrierungsbezeichung die- Ser Religionsgemeinschaft. Bis 1037 war der BegriffBihelforscher iblich. Nacht vehend wird derS7 Minuten dauernde Film Stundhaſt trolz Verſolgung in einer Nelt-

auflage als DVD hesprochen. Die Etuflage erschien noch als VM Video.

Der Film beginnt sofort mit der Er- läuterung des wesentlichenVerbre- chens der Zeugen Jehovas, nämlich StattHeil HitlerGuten Morgen oderAuf Wiedersehen zu sagen. Dies wird von verschiedenen Zeitzeugen oder Historikern und z.B. von dem TEi- ter der KZ Penkmalstätte Neuengam- me mit verschiedenen Motivationen er- klärt. Da geht es einerseits um Zivilcourage im Alltag, den Glauben an Jehova als höchsten Souverän und um politische Neutralität. Das let?tere hin- derte Zeugen Jehovas jedoch nicht, schon 1929 in ihrem Publikationsorgan Wachturm vor den Nazis zu warnen. Im Film werden weitere Aktionen wãhrend des 3. Reiches wie z. B. das Ver- senden von Resolutionen an Hitler per- Snlich dargestellt. Parin wird wohl auch auf die ausschließliche religiòse Tätig- keit und das Nichtverfolgen von politi schen Zielen hingewiesen, aber spãtes- tens wird das zweimillionenfache Verteilen der Resolution im Reich dann doch ungewollt ein politischer Akt. Die massenhafte und mutige Drohung 1934 gegenüber Hitler, dassGott Sie und Ihre nationale Partei vernichten wird,

führt zu verschärften Verfolgungen. Ahnliche Aktionen wurden 1936(Flug- blätter mit Hinweisen auf Massenver- haftungen) und 1937(Hlugblätter mit Verfolgungsberichten) durchgeführt, dann aber eingestelit.

Der Film zZeigt das, was den Nazis zu schaffen machte, schr deutlich: Die Zeugen Jehova verteilen misslie biges Material, predigen eine Instanz höher als Hitler und verweigern jeglichen Kriegsdienst. Dies macht sie in den Augen der Nazis zu Staatsfeinden, Kommunisten und zu einer Gruppe, die sich mit den Juden verbunden hat. Des- halb beschäftigt sich der Hilm auch mit dem schon sofort nach der Machtergrei- fung erteilten Verbot von Versammlun- gen für Zeugen Jehovas, dem Predigen von Tür zu Tür und dem am 10. April 1933 schrittweise in den einzelnen Län- dern des III. Reiches beginnend in Mecklenburg erfolgten endgültigen reichsweiten Verbot der Religionsge- meinschaft. So kommen Zeugen Jeho- vas auch sehr schnell in die Konzentrati- onslager und werden dort ab 1937 als ei- gene Häftlingskategorie mit dem Kenn- zeichen eines lila Dreiecks geführt. Der