Heft 
(2008) 1/2008. August 2008
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 13

Aktive Solidarität Orthopãdische Operationen für NS-Opfer aus Osteuropa

Das bundesweite ProjektAktive Solidarität- Orthopädische Operationen für NS- Opfer aus Osteuropa wurde im Jahr 2002 ins Leben gerufen und dient der unentgelt- lichen Behandlung von chemaligen Zwangsarbeitern sowie Uberlebenden von Kon- zentrationslagern. Die Gründung erfolgte auf Inititative von Prof. Dr. Wolfram Neumann, Inhaber des Lehrstuhls für Orthopädie am Universitätsklinikum Magde- burg, in Verbindung mit der StiftungPolnisch-Peutsche Aussöhnung. Bisher wur- den in rund 80 beteiligten Kliniken in Deutschland und Osterreich etwa 340 Frauen und Mãnner größtenteils aus Polen, aber auch aus der Ukraine und Weißrussland-, die unter Verschleißerkrankungen leiden, operiert. Das Krankenhauspersonal ope- riert die Patienten kostenlos, die Implantatindustrie stellt die Gelenkprothesen gratis zur Verfügung. Die Reisekosten inklusive Jagegeld und einer Begleitperson wurden bis Zum April dieses Jahres von der StiftungBrinnerung, Verantwortung und Zu- kunft finanziell unterstützt. Im Mai konnte die Koordinationsstelle am Klinikum Magdeburg mitteilen, dass durch private Spenden und Sponsoring das Projekt weiter- geführt werden kann. Informationen im Internet unter vww aktive-Solidaritaet.de. Der folgende Bericht über eine Patientin aus Polen stammt von Dr. Michael Schulte, Chefar?t der Orthopädischen Abteilung des Diakoniekrankenhauses Rotenburg.

Ich habe schreckliche Angst gehabt Das Schicksal der KZ Uberlebenden EkRbieta Chylinska

JCn hahe Schreckliche Angst ge haht nach Rotenburg zu Kommen... Angst vor den Delutschen, Angst vor der deutchen Sprache..

Frau Ebieta Chylinska, geb. Woj- nowska, Jahrgang 1935, ist eine Patien- tin, die im Rahmen der AktionAkti- ve Solidarität im Diakoniekranken- haus in Rotenburg(Wümme) im Sep- tember 2007 ein künstliches Kniege- lenk erhalten hat. In Rotenburg wur- den in den vergangenen Jahren schon mehrere Patienten aus Polen, davon zwei ehemalige Auschwit?-Häftlinge, behandelt. Vor der Rückreise in ihre Heimat nach zweiwöchigem Aufent- halt im Diakoniekrankenhaus konn- ten wir Flzbieta Chylinska bewegen,

uns Auskunft über Erlebnisse in ihrer Kindheit Zu geben.

Die Familie Wojnowska lebte 1939 zum Zeitpunkt des deutschen Uber falls auf Polen in Warschau, die Mutter war Krankenpflegerin. Beide Eltern wurden Mitglieder der polnischen Wi- derstandsbewegung. 1941 El?bieta war damals 6 Jahre alt- erfolgte die Verhaftung ihres Vaters, der als Funker bei demVerband für den bewaffne- ten Kampf(päterHeimatarmee- Armia Krajowa oder AkK, die größte Widerstandsbewegung Buropas im II. Weltkrieg) im Untergrund aktiv war. Er wurde am 17. Juli 1941 in Palmiry bei Warschau mit Tausenden anderer Gegner des Nazi-Regimes erschossen.

Noch vor der Fxekution wurden