8 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
„Jestem unikatem/ Ich bin einmalig“ Zum Tode von Henryk Mandelbaum
Mit Henrk Mandelhalum ist am 17. Muni in Bylom der in Polen und Deuschland hekunnteste Uherlebende des jüdischen Sonderkommandos Auschwitz gestorben. Der erte freundschaftliche Kontalkt zwischen Andreus Kilian(dem Verfasser des ſolgenden Wachrufs) und damit einem Miglied der Lagergemeinschaft Auschwitz elindesKreis der Aluschwitzer geht auf das Jahr 704 zuriick. Andreas Kilian war dumals freiwilliger pHdagogischer Mitarbeiter an der Internationalen Jugend- hegegnungsstdtte in Auschwit? ind Koordinierte für die Aktion Süihnezeichen- riedensdienste Studienaufenthalte von deulshcen Gruppen. Sehr Schnell nach sei- ner Belanntschaft mit Henr M Mandelbaum sei ihm deutlich geworden, verichert Kiliun, dass Henr) Mk nicht nur ganz hesondere Erlehnisse zu herichten hatte, von-
dern auch ein vehr außergewöhnlicher Mensch wun
Henryk Mandelbaum wurde 1922 im polnischen Olkus? als Sohn einer armen jüdischen Familie geboren. Nach der Beset?zung Polens durch die Deutschen wurde seine ostoberschle- sische Heimatstadt 1939 in das Deut- sche Reich einverleibt und Familie Mandelbaum im Rahmen der natio- nalsozialistischen Judenverfolgung 1941 in das offene Ghetto nach Dabrowa Gornicza verbracht, wo er als Maurer in einer deutschen Baufir- ma Zwangsarbeit leisten musste. Vor der Liquidierung dieses Ghettos wur- de seine Familie Ende 1942 in das Ghetto nach Sosnowice verlegt. Während dieser„Umsiedlungsaktion“ flüchtete Henryk und lebte unter falschem Namen in wechselnden Ver- stecken, bis er Ende März 1944 von ei- nem volksdeutschen Bekannten in Bedzin erkannt und denunziert wurde. Während seine Eltern inzwischen in das Vernichtungslager Auschwit? de-— portiert und dort ermordet wurden, wies ihn die Gestapo in das Gefängnis von Sosnowice ein, von wo er am 22. April 1044 mit einem Transport nach Auschwitz überstellt und die Häft-
lingsnummer 181 970 auf seinen linken Unterarm eintãtowiert wurde.
Drei Liquidationsaktionen und den Häftlings-Aufstand überlebt
Pinige Wochen später wurde Henryk aus der Quarantäne in das berüchtigte Sonderkommando einge- wiesen, das in den Krematorien von Auschwitz-Birkenau die Ermordeten aus den Gaskammern zerren, ihre Körper in Ofen und Gruben verbren- nen und die Asche restlos beseitigen musste. Die Gefangenen des Sonder- kommandos unterschieden sich von allen anderen Häftlingen im Lager, da Sie als einzige im Zentrum der Ver- nichtung eingesetzt wurden. Wegen seiner Körperkraft wurde Henryk als Leichenschlepper in die Krematorien überstellt und musste die Toten in den Verbrennungsgruben einäschern. Iso- liert von Häftlingen anderer Arbeits- kommandos musste Henryk acht Mo- nate lang das alltägliche Grauen syste- matischen Mordens miterleben.
Als Augenzeugen der Vernichtung Sollten die Sonderkommando-Hãäftin-


