Heft 
(2008) 1/2008. August 2008
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 1

Hauptversammlung wählte neuen Vorsitzenden

Uwe Hartwig stellt sich vor

Die Mitgliederversamm- lung der Lagergemeinschaft Auschwit?- Freundeskreis

der Auschwitzer hat mich bei

der Jahreshauptversammlung am 23. Februar dieses Jahres zum neuen Vorsitzenden gewählt. Abrecht Werner- Cordt, der über zehn Jahre F dieses ehrenvolle Amt mit Engagement, Geschick und ſF Gestaltungskraft erfüllt hat, wollte die Arbeit des Vorsit- zenden in andere Hände gelegt sehen. Erfreulicher- weise hat sich Albrecht jedoch zu einer weiteren Mitarbeit im Vorstand bereit erklãrt. Seine Arbeits- Schwerpunkte sindOrganisation und Begleitung von Fahrten nach Ausch- wit? Sowie die Kontaktpflege zu ehe- maligen KZ-Häftlingen in Polen und deren Organisationen. Hierfür wurde er von der Versammlung einstimmig gewählt.

Mein Kontakt zur Lagergemein- schaft entstand über Hermann und Anni Reineck. Ihnen begegnete ich bei den regionalen Aktivitäten gegen die Nachrüstung und bei antifaschisti- schen Initiativen in Butzbach. Schnell war Hermann in die Henry Benrath- (Gesamt)schule in Friedberg, wo ich Lehrer war, Zu Gesprächen mit Jugend- lichen eingeladen. Hermanns Unbefan- genheit, sein Optimismus gegenüber den Jugendlichen, seine Fähigkeit, auf sie einzugehen, seine Verständnisbe- reitschaft zusammen mit pädagogi- schem Talent machten diese ersten

Albrecht Werner-Cordt(li.) gratuliert seinem Nachfolger Uwe Hartwig zur Wahl Zum neuen LGA-Vorsitzenden.

Schritte der Mitarbeit von Zeitzeugen in der Schule zu einer nachdrücklichen Erfahrung, aus der sich die Konsequenz einprãgte, dass die Arbeit mit Zeitzeu- gen nicht bloß politisch-pädagogische Pflicht ist, sondern pädagogischen Zugewinn einbringt.

Bei der Binarbeitung in das neue Amt beeindruckt mich immer wieder, welch große materielle Hilfe die Lager- gemeinschaft über die Jahre den über- lebenden polnischen Auschwitz-Häft- lingen zukommen lassen kann. Meiner Meinung nach leistet damit die Lager- gemeinschaft einen wesentlichen Bei- trag zur deutsch-polnischen Aussöh- nung- schon seit Zeiten, als das politische Klima gegenüber Polen eher von den revanchistischen Vertriebenen- verbãnden bestimmt wurde als von den Verfechtern auch nur einer Verständi- gung Zwischen Deutschen und Polen.

Selbst 1944 im damaligen Breslau als Kind einer schlesisch/oberschlesi-