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(2007) 1/2007. Juni 2007
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 25

Das Orchester der Wöhlerschule mit Lehrer Detlef Münker bei ihrem Auftritt während der Gedenkveranstaltung am 26. Januar 2007 im Gewerkschaftshaus Frankfurt am Main.

bestand das Kinderdorf bis in den Sommer 1939. In der Weimarer Repu- blik gehörte das Bhepaar Artur und Wilhelmine von Weinberg zu den För- derern der Wegscheide, er war Jude, sie Christin. Mit ihren Spenden wurden 1929 drei neue Häuser errichtet, eines bekam den Namen Wilhemine-Haus, den es bis heute trägt. Vergessen ist der Leidensweg ihres Mannes, der 1943 in das K?Z Theresienstadt deportiert wur- de und dort verhungerte.

Was in den Jahren der Weimarer Republik noch Geländespiele und Na- turromantik waren, wurde ab 1933 zur vormilitãrischen Erziehung. DieWeg- scheide-Erziehung war eine Erzie- hung der Unterwerfung des Individu- ums unter dieVolksgemeinschaft. Zur gleichen Zeit fanden in unmittel- barer Nãhe des Kinderdorfes die Vor- bereitung des Zweiten Weltkrieges

Statt: Auf dem Bombenabwurfgelände Villbach-Lettgenbrunn erprobte die Luftwaffe die Wirk ung neuer Bomben; Sie sollten als erstes der Zivilbevölke- rung von Guernica den Jod bringen, wenig später den Menschen in War- Schau, Rotterdam, Coventry..

Bereits im August 1939 übernahm die Wehrmacht das Kinderdorf und richtete in den Unterkünften das Kriegsgefangenenlager Stalag IX B Bad Orb-Wegscheide ein. Bis Zu 25.000 Kriegsgefangene verschiedener Natio- nen waren hier interniert. Als im De- zember 1941 ein Transport mit 2000 so wietischen Gefangenen eintraf, gab es für sie- von der Wehrmacht zuUnter- menschen erklärt-keine Unterkünfte. Sie mussten den harten Winter in selbst- gegrabenen Erdhöhlen verbringen; Spuren dieser quer zum Hang gegrabe- nen Höhlen sind noch heute zu erken-