Heft 
(2007) 2/2007. Dezember 2007
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Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer 29

Vom Suchdienst zum Forschungsarchiv Das Archiv des Internationalen Suchdienstes des DRK

in Bad Arolsen soll bald auch für die Forschung geöffnet werden

Bislang kamen Wissenschaftler und Interessierte, die zum Schicksal einzel- ner Holocaustopfer forschten, relativ schnell an ein Ende: Zu vielen Men- schen, die dem Nazi-Terror zum Opfer fielen, ließen sich nur we- nige, häufig gar keine Da- ten ermitteln. Vielfach mussten daher Parstel- lungen vage bleiben, oft waren sie gar voller Feh- ler, die sich auch bei außerster Vorsicht nicht vermeiden ließen, da die Quellenlage schlecht war. Daher waren die Hoff nungen groß, als die vie- len Initiativen, die seit ge⸗ raumer Zeit darauf ge- richtet waren, das Archiv des Interna- tionalen Suchdienstes(¶SD) des Roten Kreuzes in Bad Arolsen auch für die Forschung zu öffnen, endlich zum Er- folg gelangten: Der ISD wurde gegrün- det, um Auskunft über das Schicksal von Verfolgten des NSRegimes zu ge⸗ ben und Familien wieder zusammen zu führen. Zugang hatten bislang nur die Betroffenen selbst und ihre Angehöri- gen, 2006 wurden jedoch die so ge nannten Bonner Verträge, die u. a. die Archivbenutzung regeln, überarbeitet.

Mit Frankreich und Griechenland haben nun die letzten beiden der betei- ligten Länder die Anderungen ratifi- ziert, jedoch sind die schriftlichen Noti- fierungen(bis Zzum Redaktionschluss dieses Mitteilungsblattes) noch nicht

beim Auswärtigen Amt in Berlin einge- gangen, wie der ISD auf Anfrage mit- teilte. Obwohl dieser bürokratische Prozeß noch nicht ganz abgeschlossen ist, S0 arbeitet der ISD doch schon mit Wissenschaftlern zusam- men. Und diese ersten Ar- beiten lassen erahnen, wie schr die Offnung der Ar- chive die Arbeit in Zu kunft verändern und ver- bessern wird. Sobald alle beteiligten Staaten absch- ließend zugestimmt ha- ben, haben Fistoriker Zu gang zu über 30 Millionen Dokumenten u. a. aus den Konzentrationslagern Sowie zur Korresponden? zwischen Staaten oder Privatpersonen und dem Suchdienst, die älter als 25 Jahre ist. Der ISD wird die Paten auch den nationalen Archiven zugänglich machen, schon jetzt laufen die Vorbe- reitungen dafür auf Hochtouren.

Die Entstehung

des Internationalen Suchdienstes

Um die Bedeutung des ISD-Archivs richtig zu begreifen, muss man zu nãchst freilich in dessen wechselvolle Geschichte schauen: Bereits im Jahr 1943 wird auf Initiative des Haupt- quartiers der Alliierten Streitkräfte beim Britischen Roten Kreuz in Lont don die Abteilung für Internationale Angelegenheiten zu einem Suchdienst ausgebaut, der mit der Registrierung