Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 3
Zeugnisse der Bewohner der Stadt und Region Oswiecim
Das Gedenkbuch„Menschen guten Willens“
Aus dem Vorwort von Jõzef Matynia
Während eines Tref— fens ehemaliger Ausch- wit?-Hãäftlinge anlässlich des 55. Jahrestags der Be- freiung des KL Auschwit?z habe ich vorgeschlagen, ein eigenes Gedenkbuch zu erarbeiten und heraus- zugeben. Dieses sollte den Bewohnern von Oswiecim gewidmet sein, die in den Jahren 1940— 1945 Häftlin- gen das Leben gerettet ha- ben. Zu diesem Thema gab es bis dahin noch kei- ne authentische und voll- ständige Arbeit.
Das Staatliche Museum Ausch- wit? Birkenau sammelt seit Jahren Berichte, Erinnerungen der ehemali- gen Häftlinge, Dokumente und Er— klärungen der helfenden Bevölke- rung. Sie wurden zum Neil in verschie- denen wissenschaftlichen Publikatio- nen benutzt sowie in Presse, im Rund- funk und Fernsehen. Manche wurden in den Bulletins von TOnO, der Ge- Sellschaft zur Pflege von Auschwitz, und in den Publikationen des Staatli- chen Museums in Oswiecim veröf- fentlicht.
Im Verlag Czytelnik erschien 1962 das Buch„Kominy“(Kamine), das ei- ne Sammlung der Erinnerungen von ehemaligen Auschwitz-Häftlingen war. In diesem Buch wurde auch ein
Seite 503)
Beitrag von Janina Kaj- toch unter dem Titel„Ich kannte Menschen guten Willens“ veröffentlicht. Dieser enthielt wertvolle Informationen über die Bewohner von Oswiecim und der Gegend, die den Häftlingen auf verschie- denste Art und Weise ge- holfen haben.
Die häufigste Form der
Jõzef Matynia(aus: Hilfe waren Lebensmittel, „Ludzie Dobrej Woli“, Medikamente, Kleidung.
Es wurden auch Kassiber
und Briefe nach außen ge- schmuggelt sowie Informationen an die konspirativen Anti-Nazi-Organi- Sationen.
Schmuggel von Nahrung, Medikamenten und Kleidung
Aus einem Häftlingsbericht der Widerstandsbewegung weiß man, dass nur 20 Prozent der Medikamente im Lagerkrankenhaus aus den offiziellen Hieferungen stammten. Ftwa 70 Pro- zent wurden eingeschmuggelt und et- wa 10 Prozent der Apotheke für die SSBesatzung gestohlen.
Fin weiteres Beispiel für die gehei- men Kontakte der Hãftlinge zur polni- schen Bevölkerung und damit zu den Untergrundorganisationen des Wider- Stands war die Tatsache, dass Anfang


