Heft 
(2006) 1/2006. August 2006
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 3

Zeugnisse der Bewohner der Stadt und Region Oswiecim

Das GedenkbuchMenschen guten Willens

Aus dem Vorwort von Jõzef Matynia

Während eines Tref fens ehemaliger Ausch- wit?-Hãäftlinge anlässlich des 55. Jahrestags der Be- freiung des KL Auschwit?z habe ich vorgeschlagen, ein eigenes Gedenkbuch zu erarbeiten und heraus- zugeben. Dieses sollte den Bewohnern von Oswiecim gewidmet sein, die in den Jahren 1940 1945 Häftlin- gen das Leben gerettet ha- ben. Zu diesem Thema gab es bis dahin noch kei- ne authentische und voll- ständige Arbeit.

Das Staatliche Museum Ausch- wit? Birkenau sammelt seit Jahren Berichte, Erinnerungen der ehemali- gen Häftlinge, Dokumente und Er klärungen der helfenden Bevölke- rung. Sie wurden zum Neil in verschie- denen wissenschaftlichen Publikatio- nen benutzt sowie in Presse, im Rund- funk und Fernsehen. Manche wurden in den Bulletins von TOnO, der Ge- Sellschaft zur Pflege von Auschwitz, und in den Publikationen des Staatli- chen Museums in Oswiecim veröf- fentlicht.

Im Verlag Czytelnik erschien 1962 das BuchKominy(Kamine), das ei- ne Sammlung der Erinnerungen von ehemaligen Auschwitz-Häftlingen war. In diesem Buch wurde auch ein

Seite 503)

Beitrag von Janina Kaj- toch unter dem TitelIch kannte Menschen guten Willens veröffentlicht. Dieser enthielt wertvolle Informationen über die Bewohner von Oswiecim und der Gegend, die den Häftlingen auf verschie- denste Art und Weise ge- holfen haben.

Die häufigste Form der

Jõzef Matynia(aus: Hilfe waren Lebensmittel, Ludzie Dobrej Woli, Medikamente, Kleidung.

Es wurden auch Kassiber

und Briefe nach außen ge- schmuggelt sowie Informationen an die konspirativen Anti-Nazi-Organi- Sationen.

Schmuggel von Nahrung, Medikamenten und Kleidung

Aus einem Häftlingsbericht der Widerstandsbewegung weiß man, dass nur 20 Prozent der Medikamente im Lagerkrankenhaus aus den offiziellen Hieferungen stammten. Ftwa 70 Pro- zent wurden eingeschmuggelt und et- wa 10 Prozent der Apotheke für die SSBesatzung gestohlen.

Fin weiteres Beispiel für die gehei- men Kontakte der Hãftlinge zur polni- schen Bevölkerung und damit zu den Untergrundorganisationen des Wider- Stands war die Tatsache, dass Anfang