Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer 23
hungslager Wöllersdorf bei Wien, in Un- tersuchungs-, zweimaliger Gestapo- und Gefängnishaft in Wien, im KZ Ausch- wit? I(„Stammlager“), seine weiteren Lebensstationen nach der Flucht(De- Sertion) aus der berüchtigten, mit straf- fällig gewordenen SSLeuten und KAZ— Hãftlingen besetzten Waffen-SSEinheit „Sonderregiment Dirlewanger“ Ende 1944: als Widerstandskämpfer im Salz- kammergut(Gruppe„Willy“, Geiswink- ler Plieseis), kurzzeitig als Gefängnisdi- rektor in Bad Aussee, seit luni 1945 in Wien, als wichtiger Zeuge bereits bei der gerichtlichen Voruntersuchung(1961) und im eigentlichen Frankfurter Ausch- witzprozess(1964), Reinecks Ubersied- lung ins Rhein-Main-Gebiet und seine weit gestreuten, nachhaltigen Aktivitä- ten seit den 70er Jahren als Kämpfer ge- gen Faschismus und Neonazismus, gegen das Vergessen, für den Erhalt und den weiteren Ausbau der Pokumentations- zentren und Gedenkstätten verschiede- ner Konzentrations- und Vernichtungs- lager, besonders Auschwitz, vieler Aus- stellungsprojekte und Demonstrationen.
Aufgrund Reinecks bedeutender Rol- le als Hauptmithbegründer und wichtig- stes„Sprachrohr“ der Lagergemein- Schaft und des Freundeskreises mischen sich oftmals die Pertinenz-Zuweisungen Gugehörigkeiten) vieler Dokumente: Oft ist wohl auch keine Hennung mög- lich zwischen dem Privatmenschen Rein- eck und dem politischen, kämpferischen Menschen und Interessensvertreter„sei- ner“ Lagergemeinschaft. Zudem hatte die Lagergemeinschaft/der Freundes- kreis auch einen Raum im Hause Rein- eck als Archivraum angemietet, s0 dass sich aus der Sicht des Butzhacher Stadt- archivars— in diesem zunächst kaum
überschaubaren Nachlassbestand Rein- eck eben auch einige Tausend Einzelkor- respondenzen mit der Provenien?z„La- gergemeinschaft“ befinden, die sich in besonders großer Zahl auf die verschie- denen in vielen dahren durchgeführten „Paketaktionen“ an Weihmachten bezie- hen. Ehem. AuschwitzHãäftlinge und ihre Familien, besonders in Polen, haben be- kanntlich regelmäßig Zuwendungen er- halten. Diese mit bewundernswerter En- ergie zum guten Teil vom Ehepaar Rein- eck bewerkstelligten Versendungsaktio- nen der Lagergemeinschaft haben sich in den Verteilungslisten, vor allem aber in den Tausenden von Pankeskarten und Priefen der Empfänger erhalten.
Der nach dem Tod des Ehepaars Reineck bis zur Ubergabe an das Stadt- archiv Butzbach, offenbar bereits mehr- fach durchstõberte(), große- nun wei- testgehend ungeordnete- Nachlass wurde von August 2005 bis September 2006 gesichtet und von dem Verfasser (als Stadtarchivleiter) und von der langjährigen ehrenamtlichen Mitarbei- terin im Stadtarchiv Butzbach Frau Lu— zia Schulz grob geordnet und eine erste Verzeichnung begonnen. Gleichzeitig mit der Ubernahnne des archivalischen Nachlasses wurde seit 16. Aug. 2005 ein wichtiger Teil der Bibliothek Hermann Reinecks in die(õffentlich Zugängliche) Dienstbibliothek des Stadtarchivs Butz- bach übernommen.- Es handelt sich al- lein um 220, z. T. seltene Bücher, die dem Themenbereich Nationalsozialis- mus und KZ zugeordnet wurden.
Der Nachlass(Umfang nach der Grob-Vorsortierung: 32 Archivkartons) enthält relativ breit die Uberlieferung zur Korrespondenz und zu allen Akti- vitãten der Lagergemeinschaft Ausch-


