2 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Vom ↄ5. his zum ↄ MtOher ↄ005 voransfalteté die Lagergemeinschaft Auschwitæ PolumndesKreis der Aluschwitzer Unter der Leitung ihres VOfandsmitoiodes, des tOriMers Andreas Kiian, eime Sfudienreise nach Auschwitz Und Krakau. Auf dem Programm der 15 Jeinehmer standen neohen Rlundgngen durch das Stamm-
Jager(Auschwitz N, durch Birkenau(Auschwitz TU und Monowitz(Auschwitz ID
auch Gesprache mit Zeitzollgen s0wie Sadthrungen durch Qwiecim und Kra-
Kau. Phens0 Wrden der Vorhand ehemaliger Fftinge in Kralkau und die dortige Ambanz für die Qpfor der Konzentrationsager hesuchf.
„Wir waren doch tote Menschen“ Von Martina Hörber
„Ich gehöre zu den Sterbenden. Es ist meine Pflicht, Ihnen meine Erleb- nisse weiterzugeben.“ Mit diesen Wor- ten erinnerte der Auschwitz-Uberle- bende Tadeus? Sobolewicz die Gruppe daran, dass heute nur noch wenige Zeit?eugen existieren, die von ihren Erlebnissen in den nationalsozialisti- schen Konzentrationslagern berichten können. Gleichzeitig gab er diese Pflicht und Verantwortung an die Zuhörer weiter, indem er die Gruppe ermahnte, an seiner und der Stelle der vielen Ermordeten die Erinnerung auch weiterhin an nachfolgende Gene- rationen weiterzugeben. Während des Zeit?eugengesprächs berichtete Sobo- lewic? von seiner Verhaftung im Sep— tember 1941 wegen der Mitarbeit in ei- ner Widerstandsorganisation und von seinen Erlebnissen in Auschwitz und fünf weiteren Konzentrations- bzZw. Außenlagern.
„Dante hatte keine Ahnung, was Hölle bedeutet“, s0 Sobolewicz, der nach dem Krieg eine Schauspielausbil- dung absolvierte und viele Jahre an polnischen Bühnen arbeitete, über das Lager Birkenau. Auf die Frage, ob ihm während der Lagerzeit auch„huma-
nes“ Verhalten begegnet sei, nannte er einige Ausnahmen, wie z. B. den Fall ei ner Krankenpflegerin, die durch den Tansport von Informationen und Me- dikamenten Widerstandsgruppen un— terstũtꝰte. Auch die keineswegs selbst- verstãndliche Solidarität unter den Hãäftlingen hob Sobolewicz in diesem Zusammenhang hervor. Er erinnerte hier an Hermann Reineck, den Grün- der der Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis, der in Auschwit? Mit- hãftlingen half, so gut er konnte.
Als„Positives“ Beispiel eines SS- Mannes konnte er lediglich einen Fall nennen, als er beim Rauchen einer Zi- garette erwischt wurde.„Er hat mich nur geschlagen“, s0 Sobolewicz. Wäre er gemeldet worden, so hätte ihn eine weit schlimmere Strafe erwartet. Als eindringliche Bitte gab er seinen Zuhq- rern die Mahnung mit auf den Weg, daran mitzuwirken, eine Welt ohne Hass aufzubauen, die Toleranz und Vertrauen gegen Gewalt und Vernicht tung setzt.
Ahnlich formuliert es Henryk Mandelbaum, als er der Gruppe auf dem ehemaligen Krematoriumsgelän- de in Birkenau von seinen Erlebnis-


