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(2004) 1/2004. Juli 2004
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 31

caust ermordet. Diese Zahlen ma- chen die ungeheure Dramatik der Hilfsaktion noch einmal deutlich.

Finen interessanten Aspekt steuert der Bei trag von Monica Lowen- berg bei über die zwei jüdischen Schulen, de- nen die Auswanderung nach England gelang: das Kölner Jawne-Gym- nasium und die Berliner ORTSchule. In England Selbst gründeten vertrie- bene Pädagoginnen und Pãdagogen mindestens sieben Schu- len für Füchtlingskinder, mehrheit- lich an reformpädagogischen Land- erziehungsheimen orientiert.

Den Schluss des Bandes bilden drei biografische Rückblicke, die die ganz unterschiedlich verlaufenen und wahrgenommenen EFxilsituationen augenfällig machen; die Zwillings- schwestern Ilse Aichinger und Helga Aichinger-Michie, die eine überlebte unter den Augen der Gestapo in Wien, die andere als Kindertransport- kind in England; Vernon Saunders,

einziger unter 60 Jungen eines Berli- ner Waisenhauses, der einen Koffer für England packen durfte, und der damals dreizehnjährige Fred Jordan, der sich am Wiener Westbahnhof für immer von seiner Mutter verabschieden muss.

Der interdisziplinäre Charakter dieses Sam- melbandes macht das Buch unbedingt lesens- wert. Wissenschaftliche Forschung belegt mit bio- grafischen Frinnerungen erleichtert den Zugang zu diesem Ka- pitel nationalsozialistischer Verfol- gung und macht mit vielen neuen Aspekten innerhalb des Themas Kindertransporte die Lektüre span- nend, auch im Hinblick auf unsere den Millionen Füchtlingen in aller Welt s0 feindlich gesinnte Gegenwart.

Regine Woffart

Die Kindertransporte 1936/390 Rettung und Integration. Hg, von

Wolfgang Benz, Gaudia Curio und Andrea Hammel, Fischer TB 2003

Jüdisches Museum Frankfurt sucht Fotos und Dokumente für Ausstellung Opfern der Deportationen ein Gesicht geben

Das Jüdische Museum sucht nach Fotos, Augenzeugenberichten, Gegen- ständen, Exponaten von den Peporta- tionen der Frankfurter Juden Zwischen 1941 und 1945. Wer hat Notizen, Brie- fe oder Bilder von den Peportationen, die vorwiegend von der Großmarkt- halle(mitunter auch vom Ost- und Hauptbahnhof) abgingen? Wer hat die Menschen auf dem Weg dorthin gese-

hen, die zumeist zu Fuß durch die Stadt gingen? Da sich auf dem Gelände der Großmarkthalle noch heute Wohnun- gen befinden, von denen die Verfolgten zu beobachten waren, bittet das Muse- um besonders frühere Bewohner, sich zu erinnern.

Kontakt: Jũdisches Museum Frankfurt am Main, Iel. 060/2123-8804 oder Kontor für Geschichte, Iel. 060/430213.