Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer 3
V. bis 19. Dezember(Römer und Haus Gallus, Frankenallee)
qffenticher Kongreß in Frankfurt Fritz Bauer und der Auschwitz-Prozeß
Vor dreiſsig Jahren, am 20. Dezember 1963, begann in Frankfurt am Main der Auschwitz-Prozeß. Erstmals stand die „Endlösung', die Vernichtung des euro-
äischen Judentums sowie der Sinti Roma, im Mttelpunkt des öffentli- chen lnteresses in Deutschland; erst- mals wurde, in allen Zeitungen und Me- dien, vor Gericht und in den Familien, nicht mehr nur über Einzeltäter oder die Schuld der Führer des Reiches gespro- chen, sondern über das Vernichtungs- system selbst, den arbeitsteiligen Ver- lauf des Võlkermords, der in Auschwitz kulminierte.
Hinter diesem Serichtsverfahren stand eine herausragende Persönlich- kKeit der deutschen Rechtsgeschichte der hessische Generalstaatsanwalt
Fritz Bauer. Vom 7. bis 19. Dezember 1993 findet in Frankfurt am Main der öf-
fentliche Kongreß„betr. Fritz Bauer und deer Auschwitz-Prozeß“ Statt. in der Ankündigung der Veranstalter wird das Ziel und das Programm wie folgt be- Schrieben:
„Bewältigung unserer Vergangenheit heißt Gerichtstag halten öber uns Selbst, Gerichtistag öber die gefährli- chen Faktoren in unserer Geschichte', Schrieb der ehemalige Widerstands- kämpfer und jödische Emigrant Fritz Bauer im Jahre 1961. Nicht um Schau- prozesse war es ihm zu tun, sondern um gesellschaftiche Selbstaufärung in den Bahnen des Rechts. Nicht um Rache für das Leiden der Opfer, Son- dern um die Röckkehr einer als ganzes an Verbrechen beteiligten Gesellschaft in den Kreis der zivilisier ten Nationen.
Doch die geselschaftliche Wirkung des Auschwitz-Prozesses blieb wider-


