Heft 
(1993) 2/1993. September 1992
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Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer e.V.

worden, ein Drittel wurde ermordet, aber auch unsere Seele ist schwer verletzt. Unsere Sensibilität für das Leid anderer ist weniger geworden, denn jedes andere Ubel erscheint im Vergleich mit dem, was den Juden angetan wurde, trivial. So ist unsere Fähigkeit, eine normales Leben zu führen, voller Mitgefühl für andere, abhanden gekommen.

Ich weiß wohl, am Ende einer Re- de, wie dieser, so will es die Konven- tion, soll der Redner ein bißchen was

von Hoffnung sagen, daß trotz allem und so weiter. Vielleicht kann das jemand anderer machen. Ich sehe mich angesichts dieser Geschichte in meiner Humanität beraubt, ein Waisenkind, hoffnungslos. Ich habe schr viel gelesen über all das, was geschehen ist, ich denke unentwegt darüber nach, ich kann es nicht be- greifen. Vielleicht sollte man Gott danken für die Gnade, daß man es nicht verstehen kann.

Die Gegenwart von Auschwitz

Eine Plakatmappe mit Fotografien von Henning Langenheim und Peter Liedtke

Unter dem TitelDie Gegenwart von Auschwitz haben Henning Lan- genheim und Peter Liedtke ein Pla- kKatmappe 2zusammengestellt. Sie enthält eine Plakatserie von zehn farbigen und zehn schwarz-weiß Fo- tografien, die zwischen 1987 und 1992 auf dem Gelände der Gedenk- stätte Auschwitz entstanden sind. Die Bilder zeigen die Gegenwart des Ortes, die Ruinen der Gaskammern und die Menschen, die sie besuchen. Die Aufnahmen sind konfrontiert mit Zitaten von Opfern und Uberleben- den des Vernichtungslagers und the- matisieren jeweils in provozierender Weise bestimmte Aspekte der Erin- nerung an diesen Ort und seine Ge- genwart im BewuBtsein.

Die Mappe ist für den Einsatz im Rahmen der schulischen und auBer- Schulischen Bidungsarbeit gedacht, Sowie als kKleine Ausstellung, die an den verschiedensten Orten präãsen- tiert werden kann. Insbesonders zur Vorbereitung von Gedenkstättenbe-

Ssuchen wird die Mappe von 2ahlrei- chen lnstitutionen verwandit.

Ein Begleitheft mit Hintergrundtex- ten zur Diskussion, historischen ln- formationen und Literaturhinweisen iegt bei. Die Plakate befinden sich in einer robusten Schutzmappe. Sie Sind zum Preis von 120 Mark zu er- werben. Der Reinerlös kommt der Er- haltung der Gedenkstätte Au- Schwitz zugute.

Die Arbeitsstelle zur Vorbereitung des Frankfurter Lern- und Dokumen- tationszentrum des Holocaust bietet zudem an, die Mappe im Rahmen ein- er kKleinen Veranstaltung in Zusam- menarbeit mit interessierten Bildung- Sinstitutionen zu präsentieren. Die Plakate werden vom 9. November bis zum 19. Dezember im Historischen Museum Frankfurt ausgestelit.

Zu beziehen ist die Mappe beim: Förderverein Fritz-Bauer-Institut, Wwalter-Kolb-Straße 9 in 60594 Franktfurt, Telefon 0O69 21237613 oder O69 21237615.