Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V.
nen und Konzerte, die Lichterketten, haben gezeigt, daß heute die wirkli- che Mehrheit der deutschen Bevöl- kerung demokratisch ist und daß Sehr viele Deutsche bereit sind, die Demokratie, die ihnen geschenkt wurde, 2u verteidigen, als hätte sich unser Volk das Recht auf Selbstver- antwortung tatsächlich selbst er- kKämpft.
Wenn wir also heute an das ande- re Deutschland, an die Frauen und Mãnner des Widerstands erinnern, dann nicht um uns gerade an diesem Tag von der Last der furchtbaren Verantwortung zu befreien, nicht um das deutsche Volk zu exkulpieren. Wir haben uns entschlossen, den Frauen und Männern des Wider- Stands zu danken, weil inr Beispiel uns Machgeborenen Mut machen kKann. Mut für unsere andersgläubi- gen, eine andere Sprache sprechen- den, andersfarbigen Nachbarn, Mut für die in unser Land kommenden Flüchtlinge einzustehen, wenn sie attackiert werden. Und dazu brau- chen wir zum Gück wahrhaftig Sehr viel weniger Mut, als es in jenen Jah- ren des Grauen notwendig war.*
Den Begriff Widerstand faßte das Frankfurter Stadtoberhaupt im Sin- ne eines„ganz alltäglichen“ Wider- standes auf, der auch beinhalte, „NVor dem ganz alltäglichen Wegse- hen, Dulden, Mitmachen zu warnen'. Er erinnerte an den Bericht des jun- gen Valentin Senger, der 1933 als 14jähriger den Zug der SA beobach- tete und vor allem aber von den am Straßenrand dicht gedrängten Pas- Santen beeindruckt war.„Sie schri- en sich die Kehlen heiser, warfen den SA-Männern Blumen zu und wa- ren wie im Rausch. Es Schien, als ha- be sich das liberale Frankfurt über Nacht in eine braune Hochburg ver- wandelt?, zitierte der Laudator den Frankfurter Autor Valentin Senger.
Vor denen,„die warnten, die nicht zustimmten, die sich widersetzten', die Partei gegen die Barbarei er- griffen, wie zum Beispiel„die Frau- en und Kinder, die für die Familien lnhaftierter auch in Zeiten eigener Not ganz selbstverstãndlich mit- Sorgten', diesen Menschen erklärte der Oberbürgermeister„ch vernei- ge mich vor ihrem Beispiel“
Ausgezeichnet mit der Johanna- Kirchner-Medaille wurden am 30. Janar 1933 in der Frankfurter paulskirche: Lisa Alfhart, Egon Mff- hart, Dr. Moys Baum, Walter Bloch, Fritz Flach, Paul Gottschalg, Katha- rina Hahner, Prof. Dr. Edgar Har- sche, lissi Karrenberg, rmengard Kayser-Scholkz, Kurt Köhler, Alfred Körner Klaus Kaminsky, Wolfgang Lauinger, Anita Leis, Fraugott Lie- Ssem, Anja Lundholm, Maedy Mos- bach, Aois Normann, Artur Pöhl- mann, Joseph Rheinberger, Dr. Hu- bert Roos, Hans Seidenather, AMois Schönberger, Luise Schumann, Walter Schumann, Henry Heinz Wolf, Karl Zeiss.
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