14 Lagergemeinschaft Auschwitz Freundeskreis der Auschwitzer eV
Die wohl wichtigste Versammlung in der jüngeren Geschichte des I. A. K fand in der Jugendbegeg nungsstãtte in Auschwitz am 7.— 8. I. 92 Statt. Wichtig insofern, als daß die Weichen für eine Arbeit auch in der Zukunft gestellt worden sind. Festzumachen wäre dies an den neuen Statuten, die es nun mõglich machen, daß auch Bewahrer des Andenkens“, sprich: Nachgeborene, Nichthäftlinge, jüngere Mitstreiter in die Ent- scheidungskremien des I. A. K aufrücken können. Sie, die Generalversammlung hat den umfassen- den Bericht über den Zustand der Gedenkstätte Auschwitz— Birkenau, des Staatlichen Museums, der Archive, der nationalen Ausstellungen und al- ler anderen Anlagen entgegengenommen. Uber den Verfall der Anlagen sind wir alle erschüttert, zutiefst beunruhigt und um wirksame Konzepte bemüht, weil die Gefahr besteht, daß irreparabele Schäden entstehen. Gleichzeitig würdigen wir die Anstrengungen des polnischen Staates zum Brhalt der Gedenkstãtte. Um den weiteren Verfall aufzu- halten und die weiteren Maßnahmen der Restau- rierung umfassend in Angriff zu nehmen, sind in den nãchsten Jahren ca. 40 Mill. Dollar an Ine- stitionen nõtig.
Die Generalversammlung gibt im Namen der Uberlebenden von Auschwitz ihrer festen Uber- zeugung Ausdruck, daß der größte Teil dieser Mittel nach dem international anerkannten Verur- Sacherprinzip, von Deutschland, seinen Großkon- zernen, wie I6 Farben und anderen, die sich an der Arbeit und dem Sterben von Millionen Zwangsarbeitern bereichert haben, erbracht wer- den muß. Sie beauftragt daher das neu gewählte Prãsidium, diese Forderung namens des IAK der Bundesregierung schriftlich zu unterbreiten und sie öffentlich zu machen; wie auch den Parteien des Bundestages zuzuleiten.
Solche Aktionen, wie die der Auschwitz— Stiftung in Belgien, der Lagergemeinschaft Auschwit?- Freundeskreis der Auschwitzer eV., die Aktion im NDR oder gleiches sollten Anlaß für alle an- deren Mitgliedsorganisationen sein, in ihren Län- dern ähnliches auszulõsen, um zum Brhalt der Gedenkstãttte Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Generalversammlung beschließt, in Auschwitz ein Büro unter der Leitung eines Vize— Präsidenten einzurichten, dessen wichtigste Ausgabe es wãäre,
Bericht über die Generalversammlung des IAK
alles zu tun und zu koordinieren, was der wichtig- Sten Aufgabe des IAK dient: dem Erhalt der Ge- denkstãtte Auschwitz in allen Teilen, die im UN ESCO— Register des gesamten wertvollen kultu- rellen Erbes der Menschheit benannt sind.
Wahlergebnisse:
Präsident: Maurice Goldstein
Vize— Prãsidenten: Kazek Smolen Kurt Goldstein Paul Halter
Christoph Heubner
Max Mdrian
Leitungskremium: Maria König Esther Bejarano Maria Michalowska Felix Kolmer Hans Frankenthal Carry van Lakerveld Anne v. Törne Karl Forster Hans Joachim Günther Michael Frey
(aut Zãhlliste)
Hans Joachim Günther
Neuigkeiten zur Generalversammlung bei der nãchsten Mitgliederversammlung am Samstag, den 6. Febr. 1993
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