Heft 
(1992) Sondernummer. März 1992
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V.

ge Gaskammer. Hier wurden Tausende Menschen eingepfercht, Türen ver- schlossen, Gas verstreut. Qualvollstes Sterben. Die Wände und Fußbõden sind feucht, die Schächte, durch die das Zy- klon B kam, bröckeln.

In einer anderen Baracke: Koffer, Ta- schen, Körbe Tausende. Den Men- schen hatte man ein neues Leben woan- ders versprochen. Ihre letzte Habe brachten sie mit.

Auch hier Feuchtigkeit, Schimmel. Das Leder lõst sich auf, zerfällt.

Schuhe, alle Größen, meist Leder, über hunderttausend übriggeblieben. Be- weise eines Verbrechens, das man nicht beschreiben kann. Konservieren? Erhal- ten? Im Winter sind in den ehemaligen Hãftlingsbaracken um vier Grad Celsi- us, im Sommer über 25. Wie erhält man Schuhe, Leder oder auch Brillen unter solchen Umständen über Jahrzehnte?

Zwei Tonnen Haare, Menschenhaare abgeschnitten, bevor man die Ermorde- ten ins Feuer schob. Auch hier: Feuch- tigkeit, Temperaturschwankungen, Frost. Wie konserviert man Haare über Jahrzehnte? Hat man dieses Wissen je schon gebraucht?

INTERVIEWERIN: Was passiert denn, wenn das nicht ge- schützt wird?

Historiker ERZV DEBSKI:

Pas wäre die Katastrophe. In diesem Fall das ist die Katastrophe. Wir müssen alle diese Sachen, Gegenstände ich habe schon gesprochen die Reliquien wir müssen schützen. Und ich weiß nicht, was passiert dann wir müssen diese Sachen schützen. Das ist unsere Pflicht.

KOMMENTAR:

Alles, was die Greueltaten dokumen- tiert, kann nur erhalten werden, wenn man ſemperatur und Feuchtigkeit in