Heft 
(1992) Sondernummer. März 1992
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V.

gert, erfroren, verreckt. Mord, systema- tisch und industriell perfekt betrieben.

Heute verblaßt das Grauen, zerspringt, bröckelt, verwittert, bricht zusammen, rostet.

Dem brutalsten Zeugnis der Unmensch- lichkeit droht der Verfall.

Neben der Akropolis und der Alhambra wurde auch Auschwitz von der UNES- CO in die Liste des gefährdeten Erbes der Welt aufgenommen. Dazu zählen unter anderem Werke von Menschen- hand,. die aus geschichtlichen Grün- den von außergewöhnlichem universel- lem Wert sind.

Das frühere Stammlager ist heute ein Museum. Bisher hat Polen fast allein für den Erhalt von Auschwitz bezahlt. Es zu erhalten, war für die polnische Re- gierung vierzig Jahre lang nationale Pflicht, eine Pflicht, der man sich heute nicht mehr gewachsen sieht.

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An einigen wenigen Stellen macht man weiter, repariert, bessert aus, erneuert teilweise.

Kultusministerium FRANCISZEK J. CEHMKA:

Auschwitz ist für uns sehr wichtig. Seit 1947 finanziert die polnische Regierung das Museum und den Erhalt von Au- schwitz, das heißt: auch alle Restaurie- rungsarbeiten. Wir werden das auch weiterhin tun. Das Museum ist das ein- zige, das auch in Zukunft weiterhin dem Kultusministerium direkt unterstellt bleibt. Es ist eine europäische Angele- genheit. Aber wir werden bestimmt nicht andere Länder, auch nicht die Bundesrepublik, um Hilfe dafür bitten. Das werden wir nicht tun. Trotzdem: Wir brauchen Hilfe.

KOMMEHNTAR: Hilfe und das ganz schnell.

Das Krematorium im Stammlager, das einzige noch erhaltene. Die dazugehöri-

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