Lagergemeinschaft Auschwitz— Freundeskreis der Auschwitzer e. V.
—,
Bordelle in deutschen Konzentrationslagern
Auf den ersten Blick scheint käufliches Sexualvergnügen“ für
männliche Häftlinge im Widerspruch
zur NS-Sexualpolitik zu stehen. Prostituierte wurden verfolgt bis hin zu ihrer Internierung in KZs. Dies ist allerdings nur ein ver- meintlicher Gegensatz. Ziel des NS-Staates war die maximale Ausbeutung der weiblichen und männlichen Häftlinge. Hier l5st sich der Widerspruch: Die Dirne kann uns aber gleichgültig sein; ob eine Dirne ausgenutzt wird oder nicht, geht uns nichts an. Je mehr sie ausgenutzt und je schneller sie dadurch ausgemerzt wird, umso besser ist es.“
(Gisela Bock Keine Arbeitskräfte in diesem Sinne' in Pieke Biermann Wir sind Frauen wie andere auch“, 1980,§. 81)
Für unsere Recherchen 2um Thema Bordelle in deutschen K onzentrationslagern“ suchen wir Zeitzeuginnen, die in den Bordellen zur Prostitution gezwungen wurden.
Mittels Literatur, Dokumenten, Berichten und Gesprächen mit Zeitzeugimen wollen wir den Verlauf der Errichtung der Bor- delle, deren Organisation, ihre Bedeutung für das System der NS-Konzentrationslager— dokumentieren. Die zur Prostitu- tion gezwungenen Frauen wurden nicht nur in der Lagerzeit, sondern auch danach diskriminiert. Die Auswirkungen auf das spätere Leben, die Zahlung, oder besser Nicht zahlung von Entschädigung sind ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit.
Zeitzeuginnen, die unsere Arbeit unterstützen möchten, bitten wir, sich an uns zu wenden.
Reinhild Kassing Lessingstr. 1, 3500 Kassel ſe 0560 9 5
Christa Paul Wohlers Allee 70, 2000 Hamburg 50 Tel. 040— 43 42 68
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