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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V.
VERGAMWGENHEN
ShPUREN DER
IMN PULEM GRESUEMHV.
Der Freundeskrels der Auschwitzere. V.“ unlernahm gemelnsam mit den„Laubacher Friedensdlensten e. V.“ elne Fahrt nach Polen.
Laubach(Is). Llegnltz— Breslau— Au- schwitz— Krakau— Warschau: S0 hleßen dile Stationen einer Polenfahrt in den letzten Märztagen. die mehr als nur eine Beslchti- gungsreise- war: neben dem üblichen Kultu- rellen Teil“ jeder Auslandsreise suchten die Teilnehmer Spuren aus einer oft verdrängten Vergangenheit. Dabei lag der Schwerpunkt der Reise besonders auf den mit der jüngsten deutschen Geschichte eng verbundenen Orten Auschwitz und Warszawa(Warschau).
Von der Vergangenheit für die Zukunft lernen
Hermann Reineck, Präsident des„Freundes- kreis(es) der Auschwitzer e. V.“ definierte Sinn und Zweck dieser Fahrt: Wir wollen uns mit der jüngsten Vergangenheit ausein- andersetzen. Gerade in Polen werden wir die Spuren der Nazi-Zeit sehr gut verfolgen kön- nen. Das wird dazu beitragen, die jüngste deutsche Geschichte besser aufzuarbeiten und zu begreifen, wie gekährlich die heutigen neo- nuzlstlschen Purolen und Tendenzen slnd?.
Das Ehepaar Relneck organisiert schon seit vlelen Jahren alljährlich Reisen nach Polen, um— wie H. Reineck, wegen der Mitarbeit in elner österreichischen Widerstandsbewegung selbst fast zwel Jahre im KZ Auschwitz, er- läutert—„or allem jungen Menschen zu zelgen, was damals geschah“. Seine Frau An- ni Roßmann-Reineck kümmert sich besonders um die„riesigen organisatorischen Probleme vor einer solchen Fahrt.“
Friedensdlenst in Auschwltz
Nachdem die Reisegruppe am ersten Tag in Lliegnitz(Legnica) Station machte. ging es am zweiten Reisetag über Breslau(Wroclaw) nach Auschwitz(Oswiecim). Während die rest- liche Gruppe ihren Weg zu ihren Gastfami- lien nach Krakau(Krakéw) fortsetzte, blieben die sechs Schüler bzw. Kollegiaten des Lau- bach-Kollegs, die im Auftrag der„Laubacher Friedensdienste“ mitfuhren, in Auschwitz I. dem sog.„Stummlager“. Hler wohnte man in den enemallgen 88-Kasernen. Am Morgen des nächsten Tages. dem 23. März, lelstete die Gruppe durch diverse Arbeiten im dort einge- richteten Archlv einen aktiven friedensdienst- lichen Beltrag. Den jungen Schülerinnen und Schülern wurde deutlich, daß die Greuelta- ten, die slch im Konzentrations- und Vernich- tungslager während des Dritten Reiches ab- splelten, in den Köpfen nicht nur vieler Deut- scher— sei es als Beteiligte, Betroffene oder Interessierte— noch heute lebendig sind und keineswegs„nur“ Geschichte.
Blder des Leldens wurden lebendig
Mit Hermann Reineck stand der gesamten Reisegruppe ein engagierter und kompetenter Leiter zur Verfügung. der die damaligen Ver- hältnisse im KZ genau vermitteln konnte. Be- sonders durch die Berichte von persönlichen
Erlebnissen an diesem Ort des Leidens wur- den die Bilder einer längst noch nicht ver- gangenen, oftmals aber verdrängten Vergan- genheit für die Fahrtteilnehmer lebendig. Schwerste Arbeit, grausamste Folterungen, der tägliche Kampf gegen den Hunger und bestialische Tötungsaktionen: diese Szenen spielten sich vor den Augen der Gruppe wäh- rend der Augenzeugenberichte des ehemaligen KZ-Häftlings ab.
Als man am nächsten Tag(Ostersamstag) das ehemalige KZ im heutigen Oswiecim- Brzezinka(Auschwitz-Birkenau) besichtigte, Konnten die faschistischen Untaten, die dort ca. vler Millionen Menschen das Leben ko- steten, im wahrsten Sinne des Wortes haut- nah“ erlebt werden: auf dem Gelände, wo bis 1945 vier Krematorien(Verbrennungsanlagen) mlt einer„Leistungsfähigkeit“ von insgesamt 4. 416 Lelchen pro Tag standen, kann noch heute bei genauem Hinschauen Menschen- asche mit zentimetergroßen Knochenstücken gefunden werden.
Der„Schornstein“ als„Ausgang“ des Lagers
Eingeprägt hat sich auch der von H. Reineck zitierte Ausspruch des damaligen Lagerfüh- rers Fritzsch, der trotz seines unfaßbaren In- halts für die meisten Häftlinge zur grausigen Wahrheit wurde:
Inr seid hier nicht ins Sanatorium, son- dern in ein deutsches Konzentrationsla- ger gekommen, aus dem es keinen ande- deren Ausgang als durch den Schornstein gibt.“
In dem Lager herrschte„deutsche“ Ordnung und Gründlichkeit: alle Koffer, Bürsten. Pro- thesen(1) oder Brillen der Neuangekommenen wurden fein säuberlich gesammelt. Auch die Haare, dle men den Häftlingen abraslerte. wurden aufgeschichtet und an die Industrie verkaukt. Selbst die Knochenasche der verga- sten und anschlleßend verbrannten Menschen packte man in Skcke ab und verkaufte sle als „phosphathaltlgen NMaturdunger“. Peinlich ge- nau wurde natürlich auch Buch geführt über den(menschllchen) Lagerbestand“: lediglich die natürlichen Todesursachen. die auf dem Tolenscheln ausgestellt wurden, stimmten schr selten mit der wirklichen Todesursache übereln.
Angeslchts der grausigen Vergangenhelt
überraschte polnlsche Gastfreundschaft
Ohne eine intensive Auscinandersetzung mit
der deutschen Vergangenheit ist eine Fahrt nach Polen kaum mbzlich: fast jede dritte polnische Familie hat durch das Wüten der Faschisten mindestens ein Familienmitglied verloren. Michtsdestotrotz wurden die Reise- teilnehmer von„lhren“ polnischen Familien mit einer ehrlichen Gastfreundschaft aufge- nommen, die vlele Teilnehmer beeindruckte.


