Heft 
(1988) Nr. 14. Dezember 1988
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 5 nanch hehres vort es nicht gelingen vird, die 6e derie eine hohle schichte einzuebenen und(nach der Historikerdebatte) rituell zu ent- Scngen Vie venig sich das Thena Med enschaffenden, den

haben Sich aber auch viele mit dte- Sem beschaftigt, die sich n irgendeiner Form persöntich vberror- Fe ſ ne Möglichkeiten der Sorde angenheit gestellt ha gehen an ein

ma 7 Konzentraticon auf konkrete 10 kale vorgange, hat vahrscheiniich die ichtigSten und dauerhaftesten Beitrage zum 9. Movenber 1938 er Peh geglückt'. Trotzdemecken gerade

diese Entwicklungen die Hoffnung, das

auch angesichts des öffentlichen Be- wußtseins für eine rituelle Verein- nahmung durch die Politik eignet, hat ja auf erfreulich deutliche Veise die

Feierstunde im Bundestag dewiesen.

Ein zentrales Problem ist eben: Vie kann dem 9. Movember 1938 gerecht erden, menschenverachtende Po- 11tik betretbt oder billigt? Und um- gekehrt: Vie kenn eineahrhaft menschliche Politik betreiben oder tordern, ver nicht den richtigen Um- gang mit dem 9. Novenber gesucht und gefunden hat?

Ne

Klaus Veimann

EFemerkundenm zur TasSchenbchauscahe

Obgleich vielgerühmt und hochgelobt, iSt Shoah' von Claude Lanzmnann im geschichtsvergessenen Bevußtsein der Deutschen bereits verschvunden. 6e

blieben iSt das Textbuch zum Film, das nunmehr auch als dtv- Taschen- buch vorLiegt. Die 2Zeugnisse der Opfer, die Aussagen der Tater, die Schilderungen der Augenzeugen und er DeabeisStehenden ermöglichen den Nachgeborenen im Lande der Täter

eine Annäherung an ein Geschehen, an dem sSich abarbeiten muß, wer sich nicht der Verdrangung und Verleug- nung schuldig nacheni11.

Freilich sind bet der Transkription der IntervienS Lanzmann und seinen Mitardeitern derartig haarstraubende Fehler unter laufen, das das Textbuch als Dokument an Vert einbuBt. Der Claasen Verlag, kurz nach den Er- Scheinen des Buches auf die Unrich- rigkeiten aufnerksam gemacht, 11e8 den Text unkorrigiert, der Deutsche Taschenbuch Verlag legt den Band unverandert vor. Lanzmann, der sich in Interviens rühnte, a1le Dokumente

zu kennen, schreibt Famen falsch vie

61obocnik, Auneier Cagerführer von Auschwitz), Höfle CLeiter der Haupt- abteilung Finsatz Reinhard), Hackenholt Mtterbauer der 6Gaskam- mern von TreblInka), BisSchof(QLeiter

der Transferstelle für das Varschau- er Ghetto) und Josef Oberhauser(Ad- jutant des Inspekteurs der Aktion Reinhard', Christian Virth). Orte vie SoSnowiec, Bedzin und Dabie, Arbeits- lager vie Heydebreck, auch Varschau- er Straßennanen kommen in falscher Schreibweise vor. Veitere Schlanpig-

keiten 1ießen sich aufzählen, selbst inhaltliche Unrächtigkeiten finden S1ch in den konnentierenden Bemer-

kungen von Lanzmann.

Schludrigkeit im Ungang mit 2Zeug- nissen von öberlebenden der Shoah, der Vernichtung der europaischen Ju- den, unverzeihlich und dte Edi- ttonspraxis der beiden Verlage hane- büchen. Ver nit Zeugnissen der Opfer, die in qualvollem Viederer leben ab- gelegt vurden, derart nachlässig um- geht, dem nangelt es an Fhrerbie- tung vor den Davongekommenen.

1St

Verner Renz